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An allen Schulen allen Kindern und Jugendlichen gerecht werden

Hohe Herausforderung für Gemeinschaftsschulen – mehr Fortbildungen nötig

(Zumeldung zur PM des Kultusministeriums vom 24.01.18 zu Übergangsquoten)

24.01.2018 - GEW-Pressemitteilung

Die GEW bezeichnet die Übergangsquoten auf die weiterführenden Schulen als „klaren Auftrag für die Bildungspolitik“. „Vor allem in den Realschulen und Gemeinschaftsschulen lernen immer mehr Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Voraussetzungen miteinander und können unterschiedliche Abschlüsse erreichen. Die Lehrerinnen und Lehrer an allen Schularten brauchen Unterstützung, um allen Schülerinnen und Schülern gerecht zu werden. Der Ausbau der Poolstunden an den Realschulen ist dabei ein erster richtiger Schritt. Wer Qualität stärken will, muss Lehrkräfte an Schulen mit großer Heterogenität in die Lage versetzen, der Unterschiedlichkeit der Kinder gerecht zu werden. Das geht nicht, wenn Grün-Schwarz wie 2017 Gelder für Fortbildungen streicht“, sagte am Mittwoch (24.01.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der GEW.

Die GEW setzt sich dafür ein, die Gemeinschaftsschulen intensiver zu unterstützen. „Ich besuche jeden Monat mehrere Gemeinschaftsschulen. Diese stoßen auf gute Akzeptanz bei den Eltern. Diejenigen, die Gemeinschaftsschulen kennen, sind überzeugt von diesem zukunftsweisenden Konzept. Die Gemeinschaftsschulen brauchen allerdings für die Erfüllung ihrer vielen unterschiedlichen Aufgaben, die Sicherung gymnasialer Standards und als einzige Schulart, die überall den Ganztag anbietet und Inklusion umsetzt, bessere Rahmenbedingungen“, sagte Moritz.

Die deutlichen Unterschiede beim Übergangsverhalten zwischen Stadt und Land bestätigt die Notwendigkeit der regionalen Schulentwicklungsplanung. „Gleichzeitig haben wir mit Gemeinschaftsschulen und jetzt auch Realschulen zwei Schularten, die mehrere Abschlüsse anbieten. Diese brauchen wir umso notwendiger, wenn Schulstandorte wegfallen. Die Wohnortnähe ist für viele Eltern oft wichtiger als die Frage, ob auf dem Türschild Gemeinschaftsschule, Realschule oder Gymnasium steht“, so Moritz.

An den Realschulen, an denen jeweils fast ein Viertel der Fünftklässler eine Haupt-/Werkrealschulempfehlung oder eine Gymnasialempfehlung mitbringt, gibt es die größte Heterogenität in den Klassen. „Der Ausbau der Poolstunden und die Möglichkeit, den Hauptschulabschluss an der Realschule zu erwerben, sind logische Konsequenzen“ sagte Moritz.

Die GEW appelliert an den Landtag, Lehrkräfte an Haupt-/Werkrealschulen nicht zu vergessen. „Durch die sinkenden Schülerzahlen wird die Arbeit der Lehrkräfte an den Haupt- und Werkrealschulen noch herausfordernder. Niemand versteht, warum die grün-schwarze Landesregierung ausgerechnet dieser Gruppe die Aufstiegsmöglichkeit in die Besoldungsstufe A13 verweigert. Neu eingestellte Lehrerinnen und Lehrer erhalten sofort A13 und verdienen pro Monat 400 bis 500 Euro mehr als ihre Kolleginnen und Kollegen, die zum Teil 30 bis 40 Jahre Berufserfahrung mitbringen“, sagte Moritz.

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