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Anmeldezahlen: Real- und Gemeinschaftsschulen stehen vor großer Herausforderung

Immer mehr Schüler besuchen Realschulen und Gemeinschaftsschulen. Die heterogenen Klassen stellen die Lehrer vor große Herausforderungen. Deshalb fordert die GEW das Land auf, mehr Geld in Fortbildung zu investieren.

18.05.2018 - GEW-Pressemitteilung

Die Bildungsgewerkschaft GEW bezeichnet die Anmeldezahlen auf die weiterführenden Schulen als „klaren Auftrag für die Bildungspolitik“.

„Vor allem in den Realschulen und Gemeinschaftsschulen lernen immer mehr Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Voraussetzungen miteinander und können unterschiedliche Abschlüsse erreichen. Die Lehrerinnen und Lehrer an allen Schularten brauchen Unterstützung, um allen Schülerinnen und Schülern gerecht zu werden. Der Ausbau der Poolstunden an den Realschulen ist dabei ein erster richtiger Schritt. Wer Qualität stärken will, muss Lehrkräfte an Schulen mit großer Heterogenität in die Lage versetzen, der Unterschiedlichkeit der Kinder gerecht zu werden. Das geht nicht, wenn Grün-Schwarz wie 2017 Gelder für Fortbildungen streicht. Zudem befürchten wir, dass es im nächsten Schuljahr noch weniger Fortbildungsangebote geben wird, da durch den bevorstehenden Umbau der Schulverwaltung derzeit Stellen nicht besetzt und bestehende Strukturen zerschlagen werden. Die Hängepartie bei diesem Reformprojekt darf nicht dazu führen, dass mit dem Versprechen auf bessere Qualität in der Zukunft jetzt die Angebote reduziert werden“, sagte Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), in Stuttgart.

Die GEW setzt sich dafür ein, dass die Ausstattung der Schularten den jeweiligen Aufgaben gerecht wird. An den Realschulen, an denen jeweils fast ein Viertel der Fünftklässler eine Haupt-/Werkrealschulempfehlung oder eine Gymnasialempfehlung mitbringt, gibt es die größte Heterogenität in den Klassen. „Der Ausbau der Poolstunden und die Möglichkeit, den Hauptschulabschluss an der Realschule zu erwerben, sind logische Konsequenzen“ so die GEW-Landeschefin.

Die GEW setzt sich dafür ein, die Gemeinschaftsschulen für den Ganztagsbetrieb, Coaching und Inklusion besser zu unterstützen. „Ich besuche jeden Monat mehrere Gemeinschaftsschulen. Diese stoßen auf eindrucksvolle Akzeptanz bei den Eltern. Diejenigen, die Gemeinschaftsschulen kennen, sind überzeugt von diesem zukunftsweisenden Konzept“, sagte Moritz.

Die GEW appelliert an den Landtag, Lehrkräfte an Haupt-/Werkrealschulen nicht zu vergessen. „Durch die sinkenden Schülerzahlen wird die Arbeit der Lehrkräfte an den Haupt- und Werkrealschulen noch herausfordernder. Es ist diskriminierend, dass alle Hauptschullehrkräfte an anderen Schularten A13 bekommen können, die gleichen Lehrkräfte an Werkrealschulen aber nicht. Neu eingestellte Lehrerinnen und Lehrer erhalten sofort A13 und verdienen pro Monat 400 bis 500 Euro mehr als ihre Kolleginnen und Kollegen, die zum Teil 30 bis 40 Jahre Berufserfahrung mitbringen“, so die Landesvorsitzende.

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