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Arbeit an Schulen„Armseliger Umgang mit dem eigenen Personal“

GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz hat sich am Tag der Arbeit für eine bessere Bildungspolitik in Baden-Württemberg stark gemacht. In drei Jahren grün-schwarzer Bildungspolitik sei viel angekündigt und wenig umgesetzt worden, sagte Moritz.

01.05.2019 - GEW-Pressemitteilung

Die Bildungsgewerkschaft GEW setzt sich am 1. Mai für eine bessere Bildungspolitik in Baden-Württemberg ein und wirft der grün-schwarzen Landesregierung einen „armseligen Umgang mit dem eigenen Personal“ vor.

„Hauptschullehrkräfte werden nach ihrer aufwändigen Qualifizierung nicht befördert, auf das versprochene Konzept zur Stärkung von Schulleitungen warten wir seit über einem Jahr und Eltern müssen wegen Unterrichtsausfall vor Gericht ziehen. In drei Jahren grün-schwarzer Bildungspolitik wurde viel angekündigt und wenig umgesetzt. Kein Wunder, dass das Interesse am Lehrerberuf abnimmt. Es ist Zeit für mehr Zeit für die Arbeit an den Schulen“, sagte Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg, auf der DGB-Maikundgebung in Freiburg.

„Gute Bildung für alle in unserem Land ist der Schlüssel für gesellschaftliche Teilhabe, für ein selbstbestimmtes Leben, für beruflichen Erfolg, für Demokratie und Toleranz. Gute Bildung ist teuer. Schlechte Bildung ist so teuer, dass unser Land sie sich nicht leisten kann“, so Moritz.

Bessere Bildungspolitik in Baden-Württemberg

Von der Verschiebung der Beförderung sind etwa 500 Hauptschullehrkräfte betroffen. Pro Person entstehen bei der Beförderung etwa zusätzliche Kosten von 8.500 Euro im Jahr. Das Kultusministerium wird die Stellen jetzt erneut beantragen. Die GEW will erreichen, dass die Landesregierung die rund 500 Lehrkräfte spätestens im Januar 2020 ernennt. Die Bildungsgewerkschaft erwartet außerdem, dass es für alle künftigen HoLa-Absolventinnen und -Absolventen keine Verzögerungen bei der Ernennung gibt.

Die Bildungsgewerkschaft GEW macht sich für einen schnellen Ausbau der Lehrerreserve in Baden-Württemberg stark. „Es ist ein Armutszeugnis für die Regierung Kretschmann, wenn bei sprudelnden Steuereinnahmen Eltern bald das Recht auf Unterricht für ihre Kinder einklagen müssen. Ein Blick auf die Zahlen zeigt sofort, dass die Lehrerreserve ausgebaut werden muss. In Schularten, in denen kein Lehrermangel herrscht, könnte die Vertretungsreserve sofort ausgebaut werden. Mit den Gymnasien sollte begonnen werden, im September 2018 haben 2.000 Gymnasiallehrkräfte keine Stelle bekommen“, sagte die GEW-Landesvorsitzende.

Die Schulen warten seit über einem Jahr auf das mehrfach von Kultusministerin Susanne Eisenmann angekündigte Konzept zur Stärkung der Schulleitungen. Die GEW setzt sich dafür ein, dass neben der besseren Bezahlung mit mindestens Besoldungsgruppe A 13 die Leitungszeit sofort erhöht wird. „In welchen Unternehmen würde jemand eine Leitungsfunktion für nur 174,71 Euro brutto im Monat übernehmen? Genau das erwartet die Landesregierung von den Schulleitungen kleiner Schulen. Das ist ein inakzeptabler Umgang mit Führungskräften, den angesichts voller Kassen niemand versteht. So wie die Landesregierung in der Bildungspolitik arbeitet, könnte keine Schulleitung ihren Job machen“, sagte Moritz.

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