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SaisonlehrkräfteBaden-Württemberg ist bei Sommer-Arbeitslosigkeit von Lehrkräften Rekordhalter

Die grün-schwarze Landesregierung schickt Jahr für Jahr deutschlandweit die meisten Lehrkräfte in die Arbeitslosigkeit. Die GEW fordert, dem Beispiel von Rheinland-Pfalz zu folgen, das seit diesem Jahr die Saisonlehrer in den Ferien bezahlt.

16.10.2019 - GEW-Pressemitteilung

Die Bildungsgewerkschaft GEW nennt es einen Skandal, dass die grün-schwarze Landesregierung Jahr für Jahr deutschlandweit die meisten Lehrkräfte in die Arbeitslosigkeit schickt. Die GEW weist darauf hin, dass die Zahlen noch deutlicher höher sind. Zum Ferienbeginn am 27. Juli 2019 endeten die Verträge von fast 4.000 befristet beschäftigten Pädagog/innen und über 5.000 Referendarinnen und Referendare wurden entlassen, obwohl die meisten ab September zum neuen Schuljahr wieder in den Klassenzimmern standen. Nur 2.430 meldeten sich arbeitslos, auch weil viele der befristet Beschäftigten keine Ansprüche auf Arbeitslosengeld haben.

„Welcher andere Arbeitgeber schickt den gefragten Nachwuchs nach der Ausbildung erst einmal in die Arbeitslosigkeit? Was sollen junge Menschen von einem solchen Arbeitgeber denken? Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Kultusministerin Susanne Eisenmann tragen so dazu bei, dass sich immer weniger junge Menschen für diesen Beruf interessieren. Bei vollen Kassen und Lehrermangel präsentiert sich die grün-schwarze Landesregierung als Arbeitgeber ohne Verantwortung“, sagte Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg, in Stuttgart.

Kein Bundesland wendet diese Praxis in diesem Ausmaß an. Landesweit hatten im Juli angehende Lehrer/innen an 14 Ausbildungsseminaren gegen ihre Entlassung protestiert. Die Bildungsgewerkschaft GEW setzt sich dafür ein, dem Beispiel von Rheinland-Pfalz zu folgen, das seit diesem Jahr die Saisonlehrer in den Ferien bezahlt.

„Die befristet beschäftigten Lehrerinnen und Lehrer für die Vertretungen sind für die Schulen der Rettungsanker. Sie halten unter oft schwierigen Bedingungen und schlechterer Bezahlung als ihre Kolleginnen und Kollegen den Unterrichtsbetrieb in Baden-Württemberg aufrecht. Die meisten Referendare und befristet Beschäftigten werden nach den Ferien wieder am Lehrerpult gebraucht, trotzdem schickt sie die Landesregierung in die Arbeitslosigkeit“, sagte Moritz.

Die „Saisonlehrer“ arbeiten in der Vertretungsreserve sowie in Vorbereitungsklassen (VKL) und in Klassen des Vorqualifizierungsjahrs Arbeit und Beruf mit Schwerpunkt Erwerb von Deutschkenntnissen (VABO), in denen auch geflüchtete Kinder und Jugendliche unterrichtet werden. Für den überwiegenden Teil dieser Lehrkräfte enden die Arbeitsverträge am letzten Schultag. Noch 2008 lag die Zahl der befristet Beschäftigten bei 1.216. Insbesondere in Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) arbeiten Lehrkräfte oft mehrere Jahre ohne bezahlte Sommerferien. Nach fünf Jahren erhalten sie keinen Vertrag mehr, weil sie sich dann einklagen könnten.

Grüne und CDU hatten im Wahlkampf 2016 versprochen, diese Lehrkräfte wie in einigen anderen Bundesländern auch in den Sommerferien zu bezahlen. Die GEW berichtet, dass immer wieder Lehrkräfte in benachbarte Bundesländer oder die Schweiz wechseln, weil sie dort bessere Arbeitsbedingungen vorfinden.

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