GEW Baden-Württemberg
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Corona-PandemieBessere Luft und mehr pädagogisches Personal für das nächste Schuljahr

Die GEW empfiehlt der Landesregierung Praktika und Besuche in Kitas und Schulen, um sich ein Bild zu machen. Das Land habe den Ernst der Lage in den Kitas und den Klassenzimmern noch nicht erkannt, kritisiert Landesvorsitzende Monika Stein.

05.07.2021 - GEW-Pressemitteilung

„Nicht kleckern, sondern klotzen“ ist die Botschaft der Bildungsgewerkschaft GEW für die Bildungspolitik in Folge der Corona-Pandemie. Die GEW-Vorsitzende Monika Stein empfiehlt den Landtagsabgeordneten und der Landesregierung Besuche und Praktika in Kitas und Schulen, um sich ein Bild zu machen.

„Die zähe Debatte um Luftreinigungsgeräte zeigt, dass die Landesregierung den Ernst der Lage in den Kitas und den Klassenzimmern noch nicht erkannt hat. Wir laden sie gerne aus dem gut gelüfteten Plenarsaal im Landtag in die Kitas und Klassenzimmer ein. Die Folgen der Pandemie werden die nächsten Schuljahre prägen. Luftreiniger sind nur ein Baustein für sicheres Lernen im nächsten Schuljahr. In dieser Woche werden viele angehende Lehrkräfte erfahren, dass sie im nächsten Schuljahr keine Stelle erhalten werden. Wir erwarten von der grün-schwarzen Regierung eine Einstellungsoffensive noch vor der Sommerpause. Wir brauchen die gut ausgebildeten pädagogischen Profis ab dem 13. September nicht in den Arbeitsagenturen, sondern in den Klassenzimmern aller Schularten“, sagte Monika Stein, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg, in Freiburg.

Die GEW setzt sich seit vielen Monaten dafür ein, auch mit Pädagogischen Assistenzen die Schulen zu unterstützen. Dazu erwartet die Bildungsgewerkschaft weitere Programme, mit denen auch kurzfristig mehr Personal in die Kitas und Schulen geholt werden.

„Alle sind sich einig, dass viele Kinder und Jugendliche in der Pandemie besonders gelitten haben, Lernrückstände entstanden sind und psychische Erkrankungen zunehmen. Und jede und jeder weiß, wie wichtig es jetzt ist, dass sie in den Schulen intensiv begleitet und gefördert werden können und in Kleingruppen gearbeitet werden kann. Das funktioniert nur mit mehr Personal. Das kann dann auch eine arbeitslose Gymnasiallehrerin sein, die im nächsten Schuljahr in einem Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum arbeitet“, mahnte die GEW-Landeschefin.

Die GEW nennt die Debatte über Luftreinigungsgeräte absurd. „Wenn bei jeder Entscheidung zur Rettung von Unternehmen so intensiv über die Wirksamkeit der Maßnahmen diskutiert worden wäre, gäbe es bis heute viele Rettungsschirme nicht. Wenn es um Geld für Bildung geht, wird jeder Cent mehrfach umgedreht und Entscheidungen werden seit Monaten verzögert. Luftreinigungsgeräte sind auch ohne Corona eine lohnende Investition, sie sorgen dann nach der Pandemie für bessere Luft und besseres Lernen“, sagte Stein.