GEW Baden-Württemberg
Sie sind hier:

Bessere Qualität an Schulen gibt es nicht zum Nulltarif

24.04.2018 - GEW-Pressemitteilung

Die Landesregierung hat das neue Qualitätskonzept für Schulen vorgestellt. Die GEW fordert, anstelle neuer Strukturen den Beruf des Fortbildners attraktiv zu gestalten. Qualitätsentwicklung braucht Investitionen.

„Ein guter Schritt für ein neues Qualitätskonzept an Schulen wäre es gewesen, wenn heute Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Kürzung der Gelder für Lehrerfortbildung um 500.000 Euro aus dem Jahr 2017 rückgängig gemacht hätte. Jede Woche erleben Lehrkräfte, dass sie nicht an Fortbildungen teilnehmen können, weil es nicht genügend Plätze gibt. Das heute vorgestellte Konzept für den Umbau der Schulverwaltung enthält mehr Fragen als Antworten und soll offenbar zum Nulltarif umgesetzt werden.

Bessere Qualität geht nicht kostenneutral. Neue Strukturen garantieren noch keine bessere Qualität. Es geht darum, Schulverwaltung und Fortbildner konsequent für neue Aufgaben zu qualifizieren und zum Beispiel nicht nur 38,81 Euro pro Monat für diese Tätigkeit extra zu zahlen“, sagte Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Beruf des Fortbildners attraktiv gestalten

Bei den meisten Fortbildungen erhalten die Leitungen derzeit nur 38,81 Euro brutto pro Monat zusätzlich. Deshalb ist es oft schwer, dafür qualifizierte Personen zu finden, die Fluktuation ist groß. Die GEW setzt sich dafür ein, dass in allen Schularten der Beruf des Fortbildners attraktiv gestaltet wird und alle Fortbildner wie bei den Beruflichen Schulen und Gymnasien nach der Besoldungsgruppe A 15 zu bezahlen.

„Kultusministerin Susanne Eisenmann hat heute zu Recht von dringendem Handlungsbedarf gesprochen. Deshalb verstehe ich nicht, warum zusätzlich zu den strukturellen Veränderungen Lehrkräfte nicht schneller unterstützt werden. Neben fehlenden Fortbildungsangeboten sind Coaching und Supervision an unseren Schulen Fremdworte, weil dafür das Geld fehlt“, sagte Moritz.

Qualitätsentwicklung braucht Investitionen statt neue Strukturen

Die GEW erwartet im weiteren Reformprozess endlich Transparenz. „Die eingesetzten Arbeitsgruppen für die Erarbeitung des Konzepts durften nicht miteinander reden, von einer gemeinsamen Zusammenarbeit der 120 Akteure und Beteiligung der Betroffenen kann nicht die Rede sein. Die Landesregierung riskiert so, dass am 1. Januar 2019 vielleicht eine neue Struktur besteht, es aber noch Jahre dauern wird, bis in den Klassenzimmern davon etwas zu spüren ist. Der Erfolg der Reform hängt davon ab, ob für die Betroffenen ein Klima der Unterstützung oder der Kontrolle und Angst entsteht. Derzeit erlebe ich in meinen vielen Gesprächen in der Schulverwaltung, mit Fortbildnern und Lehrkräften eine große Verunsicherung“, sagte Moritz.

Die GEW hat auch Vorschläge für schnell wirkende Maßnahmen: „Jeder weiß, dass zum Beispiel der hohe Anteil von fachfremdem Unterricht insbesondere in den Grundschulen für schlechte Ergebnisse in Mathematik und Deutsch mitverantwortlich ist. Das ließe sich schnell ändern, wenn die Kultusministerium sich nicht wie in den vergangenen zehn Jahren weiter weigert, hier Fortbildungen anzubieten“, sagte Moritz.

Zurück