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CDU-Bildungspolitik: Kosmetik statt Sachverstand?

Enquetekommission Qualitätsentwicklung mit externem Sachverstand

08.11.2016 - GEW-Pressemitteilung

Stuttgart – „Die CDU will offenbar nur Kosmetik in der Bildungspolitik betreiben statt ernsthaft den Ursachen der unbefriedigenden Qualitätsergebnisse der Schulen auf den Grund zu gehen. Wir brauchen eine Enquetekommission Qualitätsentwicklung, die auch mit externem Sachverstand die Fortbildung und die Unterstützung der Schulen grundsätzlich weiterentwickelt. Wer meint, mit Schnellschüssen Qualität steigern zu können, ist weit weg vom Alltag in den Klassenzimmern und wird den umfangreichen Analysen von Vergleichsstudien oder dem Bildungsbericht Baden-Württemberg nicht gerecht“, sagte am Dienstag (08.11.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Die GEW bezeichnet es als Alarmsignal, dass sich erneut die Koalitionspartner in der Bildungspolitik nicht einigen können und ihren Streit öffentlich austragen. „Es ist unglaublich und schadet vor allem den Schulen, dass sich die CDU nicht einmal auf ein gemeinsames Vorgehen mit dem grünen Koalitionspartner in der zentralen Frage der Qualität einigen kann. Frühere Enquetekommissionen haben gezeigt, wie wichtig deren Vorschläge für eine Weiterentwicklung im Bildungssystem waren“, sagte Moritz.

Die GEW-Chefin ist nicht der Ansicht, dass das von Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) angestrebte Bildungscontrolling zur Qualitätsverbesserung entscheidend beitragen kann. „Wenn zum Beispiel die Sitzenbleiberquote sinkt, heißt das nicht, dass die Leistung gestiegen ist. Leistungsergebnisse sind auch von der sozialen Zusammensetzung in einer Klasse abhängig. Wie soll hier ein Bildungscontrolling zu Verbesserungen beitragen?“, sagte Moritz.

„Die Ergebnisse des Leistungsvergleichs IQB sind nicht überraschend. Wer in den vergangenen Jahren aufmerksam den Bildungsbericht des Landesinstituts für Schulentwicklung gelesen hat, kennt die Qualitätsprobleme in allen Schularten in Baden-Württemberg. Schnelle Schuldzuweisungen und Patentrezepte helfen nicht weiter. Die Enquetekommission soll dafür sorgen, dass Qualitätsentwicklung verbessert, koordiniert und ausgebaut werden“, sagte Moritz.

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