GEW Baden-Württemberg
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Weitere Schulöffnungen Erst wenn die Teststrategie funktioniert!

Die GEW hält die weitere Öffnung von Schulen ab Montag (08.03.) für zu gefährlich. Zuerst müssen flächendeckende Schnelltest zur Verfügung stehen.

04.03.2021 - GEW-Pressemitteilung

Die GEW appelliert an Kultusministerin Susanne Eisenmann und Ministerpräsident Winfried Kretschmann, mit sinnvollen Konzepten für das nächste Schuljahr Wahlkampf zu machen, „statt mit der nächsten Schul-Öffnungs-Debatte, die niemand im Land mehr hören will“.

„Wir brauchen zuerst flächendeckend für 4.500 Schulen, 130.000 Lehrkräfte und 1,5 Millionen Schülerinnen und Schüler Schnelltests. Wie will das Kultusministerin Susanne Eisenmann schaffen, wenn es Kultusministerium und Sozialministerium nach über einer Woche nicht einmal gelingt, das Problem der fehlenden Impfangebote für ein paar tausend Beschäftigte ab 65 in Bildungseinrichtungen zu lösen? Wir wissen noch nicht, welche Gefahr von den Virusmutationen ausgeht, sehen aber bereits jetzt etliche Fälle von Kita-Gruppenschließungen und Klassenschließungen wegen Infektionen. An den weiterführenden Schulen gibt es meist gute Konzepte für den Fernunterricht“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Monika Stein am Donnerstag (04.03.) in Freiburg.

Die Bildungsgewerkschaft bezeichnet den Vorschlag von Ministerpräsident Winfried Kretschmann zur Verkürzung von Schulferien als zu kurz gedacht. „Allen muss klar sein, dass die Corona-Pandemie die Schulen noch prägen wird, wenn hoffentlich fast alle geimpft sind und alle Schülerinnen und Schüler wieder in zu vollen Klassen ohne Abstand sitzen können. Wir brauchen Förderkonzepte mindestens für die nächsten beiden Schuljahre und damit diese funktionieren, brauchen wir mehr Personal. Nach den vielen unnötigen Corona-Debatten dieser Landesregierung über Schulöffnungen, Wechselunterricht und zusätzliche Ferientage, könnte die Regierung Kretschmann jetzt noch einmal Mut und Weitsicht beweisen und die Finanzierung von Pädagogischen Assistenzen und zusätzlichen Stellen für Lehrkräfte für das nächste Schuljahr beschließen. Im Juli werden wieder tausende Bewerberinnen und Bewerber vor allem für Gymnasien keine Stelle erhalten, obwohl wir sie in den Klassenzimmern aller Schularten dringend brauchen könnten“, sagte Stein.

Die GEW hat bereits vor einer Woche darauf hingewiesen, dass derzeit Lehrkräfte und Personal von Kitas über 64 Jahren bei der Vereinbarung von Impfterminen immer wieder abgewiesen werden. „Kultusministerin Susanne Eisenmann hat angesichts des Lehrkräftemangels dafür geworben, dass Lehrkräfte länger arbeiten. Jetzt erhalten sie keine Impftermine und das Kultusministerium schiebt die Verantwortung dem Sozialministerium zu. Die betroffenen Beschäftigten erfahren nur aus den Medien, dass sich CDU und Grüne wieder streiten und werden wie so oft in den letzten Monaten nicht informiert. Das ist erneut ein Beispiel, dass der Wahlkampf zwischen Grünen und CDU auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen wird. Alle in den Bildungseinrichtungen sind froh, wenn dieser Wahlkampf in zehn Tagen beendet ist“, sagte Stein.

Die GEW hat vor allem aus Kitas, Grundschulen und SBBZ Rückmeldungen erhalten, dass dort Personal fehlt. „Seit Monaten ignorieren Grüne und CDU die Vorschläge zur Entlastung durch Pädagogische Assistenzen und Lehramtsstudierende. Schulleitungen müssen entlastet werden, indem sie dieses Schuljahr keinen Unterricht mehr halten müssen“, sagte Stein.