GEW Baden-Württemberg
Sie sind hier:

Gemeinschaftsschulen sind fester Teil der Schullandschaft

GEW: Qualitätsentwicklung für alle Schularten wird zentrales Thema

20.01.2016 - Pressemitteilung

„Gemeinschaftsschulen sind inzwischen ein fester Teil der Schullandschaft in Baden-Württemberg“, sagt die Bildungsgewerkschaft GEW nach der Vorstellung der Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitforschung für die Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg.

 „Der Zwischenbericht der Begleitforschung zeigt, dass viele Gemeinschaftsschulen bereits Erfolgsmodelle sind und sich andere noch in einer Aufbauphase befinden. Alle benötigen mehr Unterstützung. Wir warnen davor, im Landtagswahlkampf die 271 Gemeinschaftsschulen und die Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer schlecht zu reden und mit Stammtischparolen Bildungspolitik zu machen. Der Bildungsbericht für Baden-Württemberg zeigt, dass alle Schularten im Bereich Unterrichtsentwicklung Unterstützungsbedarf haben. Es ist für alle Schularten wichtig, dass sie Hilfe bei der weiteren Qualitätsentwicklung erhalten und die Politik die pädagogischen Profis in den Klassenzimmern besser unter-stützt“, sagte am Mittwoch (20.01.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Die GEW als größte bildungspolitische Interessenvertretung im Südwesten sieht die Gemeinschaftsschulen auf einem guten Weg. „Das Interesse an Gemeinschaftsschulen wächst bei Eltern und Schulträgern. Auch die Begleitforschung zeigt, dass die Eltern mit der Schulwahl für ihre Kinder zufrieden sind. Über die Akzeptanz und den Erfolg von Gemeinschaftsschulen entscheidet deren Qualität und pädagogische Attraktivität. Dass in einer Startphase Entwicklungspotenzial aufgezeigt wird, ist völlig normal. Der Zwischenbericht bietet keine Argumente für Gegner dieser Schulart. Wer damit Stimmung macht, weiß wenig vom Alltag in den Klassenzimmern. Die Schulen, die meistens aus Werkrealschulen gestartet sind, müssen neue pädagogische Konzepte gestalten, der Heterogenität ihrer Schüler gerecht werden, den gebundenen Ganztagsbetrieb organisieren und über Inklusion nicht nur reden, sondern jeden Tag leben.

Unterrichtsqualität ist vergleichbar

Der Forschungsbericht zeige auch, dass die Unterrichtsqualität an den Gemeinschaftsschulen schon mit der an anderen Schulen vergleichbar sei. „Angesichts der Entwicklungsaufgabe der Gemeinschaftsschulen ist das ein beeindruckendes Ergebnis“, sagte Moritz.

Bessere Arbeitsbedingungen für die anspruchsvolle Arbeit

Die Bildungsgewerkschaft, in der die Mehrheit der Lehrkräfte an Gemeinschaftsschulen organisiert ist, setzt sich dort für eine bessere strukturelle Unterstützung und Begleitung ein. „Die Kollegien in den Gemeinschaftsschulen sind stark gefordert. Sie führen und dokumentieren beispielsweise individuelle Lernentwicklungsgespräche mit jedem einzelnen Kind und den Eltern, ohne dass diese Aufgabe in ihrer Arbeitszeit berücksichtigt wird. Diese Gespräche sind sehr zeit-intensiv und gleichzeitig ein zentraler Bestandteil von Gemeinschaftsschule. Die Haltung der Lehrkräfte ist entscheidend für die Qualität und Attraktivität der Schulen. Auch deshalb müssen die Kolleginnen und Kollegen stärker unterstützt werden“, sagte Moritz.

Moritz lobte den Forschungsbericht der 31 Wissenschaftler/innen der acht Hochschulen: „Das zeigt, wie leistungsfähig die Schulforschung in Baden-Württemberg ist.“

Zurück