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GEW: Dauerstellen für Daueraufgaben – verlässliche Berufsperspektiven

Aktionen in Ludwigsburg, Stuttgart, Tübingen Hohenheim, Ulm, Karlsruhe und Heidelberg: „Traumjob Wissenschaft“

02.11.2015

Stuttgart - Immer mehr Zeitverträge mit immer kürzeren Vertragslaufzeiten, unsichere Berufsperspektiven und unberechenbare Karrierewege an Hochschulen und in Forschungseinrichtungen: Diese Missstände trägt die Bildungsgewerkschaft GEW mit ihrer Kampagne für den "Traumjob Wissenschaft" diese Woche in die Öffentlichkeit. In Baden-Württemberg finden an sieben Hochschulen Aktionen statt.

„Wir wollen weniger befristete Stellen und klarere Regeln und Perspektiven für den akademischen Nachwuchs in unserem Land“, sagte am Montag (02.11.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Mit dem 2007 in Kraft getretenen Wissenschaftszeitvertragsgesetz ist ein weitreichendes Sonderarbeitsrecht für Hochschulen und Forschungseinrichtungen geschaffen worden. Während im sonstigen Arbeitsrecht das unbefristete Beschäftigungsverhältnis der Normalfall und der befristete Vertrag die Ausnahme darstellt, ist es in der Wissenschaft umgekehrt: „Neun von zehn der bundesweit rund 175.000 wissenschaftlichen Mitarbeiter/innen an Hochschulen haben einen Zeitvertrag, über die Hälfte der Zeitverträge hat eine Laufzeit von nicht einmal einem Jahr. Wer das Befristungswesen eindämmen möchte, muss an das Wissenschaftszeitvertragsgesetz ran“, sagte Doro Moritz.

Die GEW begrüßt, dass Wissenschaftsministerin Theresia Bauer erklärt hat, die Lage des Mittelbaus verbessern zu wollen. Die Hochschulen in Baden-Württemberg haben inzwischen Selbstverpflichtungserklärungen zur Befristung zugesagt und etwa 2.000 Stellen landesweit entfristet.

Aktionswoche Traumjob Wissenschaft

Am Donnerstag wird der Bundestag den Gesetzentwurf der Bundesregierung für eine Novellierung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes in erster Lesung beraten. Um den Druck auf Regierung und Parlament zu erhöhen, hat die GEW vom 2. bis 6. November zu einer bundesweiten Aktionswoche aufgerufen. Sie steht unter dem Motto „Traumjob Wissenschaft“.

„In der Aktionswoche werden Wissenschaftler/innen  bundesweit deutlich machen, dass sie endlich faire Beschäftigungsbedingungen und verlässliche Berufsperspektiven bekommen müssen. Das völlig aus dem Ruder gelaufene Befristungsunwesen ist nicht nur unanständig gegenüber hoch qualifizierten Beschäftigten, es untergräbt auch die Kontinuität und damit die Qualität von Forschung und Lehre“, sagte Moritz.

Beschäftigte an Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Baden-Württemberg beteiligen sich mit zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen an der Aktionswoche Traumjob Wissenschaft:

http://www.gew.de/wissenschaft/traumjob/aktionen/

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