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Teil-Lockdown im NovemberGEW fordert Wechselunterricht, Schutzausstattung und mehr Personal

Die GEW kritisiert, dass beim aktuellen Corona-Shutdown und dem Appell, Kontakte zu reduzieren, die Schulen und Kitas nicht berücksichtigt werden. Bei Lehrkräften, Schulleitungen und Erzieher*innen wachsen Verunsicherung und Unmut.

01.11.2020 - GEW-Pressemitteilung

Die Bildungsgewerkschaft GEW bezeichnet es als nicht akzeptabel, wie die Landesregierung angesichts des Teil-Lockdowns im November mit Kitas und Schulen umgeht.

„Die Verunsicherung und der Unmut unter den 130.000 Lehrkräften im Land wächst. Während es überall neue Schutzmaßnahmen gibt und erneut milliardenschwere Rettungspakete beschlossen werden, verweigert die Kultusministerin Lehrkräften weiterhin FFP2-Schutzmasken, warten die Schulen weiterhin auf CO2-Messgeräte und Raumluftfilter und ignoriert die Landesregierung seit Monaten die Vorschläge für eine bessere personelle Unterstützung zum Beispiel durch Lehramtsstudierende und Pädagogische Assistenzen. Wir haben erst wenige Wochen im Schuljahr hinter uns und den Lehrerinnen und Lehrern, allen voran den Schulleitungen geht die Luft aus und die Angst wird größer. Merkel, Kretschmann und viele andere rufen dazu auf, soziale Kontakte stark zu reduzieren, aber in den 4.500 Schulen sollen morgen wieder viele Stunden bis zu 30 Kinder und Jugendliche mit ihren Lehrkräften ohne Abstand in viel zu engen und oft nicht gut zu lüftenden Klassenzimmern sitzen?“, fragte Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg, in Stuttgart.

Die GEW setzt sich dafür ein, dass ab sofort ab der 7. Klasse die Schüler*innen nur noch im Wechselunterricht unterrichtet werden sollen. Während eine Hälfte der Klasse in die Schule kommt, soll die andere Hälfte zuhause lernen. Dieses Modell empfiehlt auch das Robert-Koch-Institut für die Pandemiestufe 3. „Dieses Modell kann zum Beispiel im tageweisen Wechsel umgesetzt werden. Da sich auch nach sieben Monaten Corona beim digitalen Ausbau der Schulen wenig getan hat, wird es weiterhin kaum möglich sein, dass die Jugendlichen online am Unterricht in der Klasse teilnehmen können. Deshalb werden in den meisten Fällen die Schülerinnen und Schüler Aufgaben für das selbstständige Lernen zu Hause erhalten müssen. Für die Grundschulen sollte der Unterricht bis Weihnachten in größere Räume auch außerhalb der Schulen verlegt werden“, sagte Moritz.

Die Bildungsgewerkschaft GEW unterstützt die Vorschläge, den Einsatz von Luftfilteranlagen zu prüfen. Als kurzfristige Maßnahme sollten CO2-Ampeln gekauft werden, damit die vorgeschlagenen Lüftungskonzepte gut umgesetzt werden können. Auch kostenlose Corona-Tests für Lehrkräfte sollten weiter angeboten werden. Noch wichtiger findet die Gewerkschaft aber die personelle Unterstützung der Schulen. „An vielen Schulen fehlen Lehrkräfte. Dafür setzen wir uns seit Juni ein. Wenn mehr Personal da ist, könnten auch Konzepte, bei denen im Wechsel ein Teil einer Klasse zuhause arbeitet und ein Teil in der Schule lernt, besser funktionieren“, so die GEW-Landeschefin.

Die GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz ist bis zum 11. November weiter im Amt. Nach einer Online-Landesdelegiertenversammlung am 23. Oktober findet derzeit in der GEW Baden-Württemberg eine Briefwahl statt, um den neuen Vorstand zu wählen.