GEW Baden-Württemberg
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GEW kündigt Proteste gegen die Streichung von Lehrerstellen an

Grün-Schwarz verspielt leichtfertig Zukunftschancen

30.09.2016 - GEW-Pressemitteilung

Stuttgart – Die Bildungsgewerkschaft GEW bezeichnet die Ankündigung, Lehrerstellen streichen zu wollen, als grün-schwarzes Armutszeugnis und kündigt Proteste an. „Nach fünf Monaten in der Regierung lautet die erste und einzige bildungspolitische Neuigkeit: Wir werden Lehrerstellen streichen. So schnell hat noch keine Regierung ihre Wahlversprechen gebrochen. Statt der versprochenen Ruhe für die Schulen und mehr Qualität in der Bildung, machen Kretschmann und seine Finanzministerin Sitzmann der Kultusministerin unsinnige Sparauflagen. Grüne und CDU wollen wohl sparen und verwalten statt zukunftsfähige Bildungspolitik zu gestalten. Das werden angesichts der zahllosen Baustellen in den Schulen, der steigenden Schülerzahlen und der guten Steuereinnahmen Schüler, Eltern und Lehrkräfte nicht akzeptieren“, sagte am Freitag (30.09.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Die GEW versteht die Ankündigung auch deshalb nicht, da jetzt zu Beginn des Schuljahres noch nicht einmal der Pflichtunterricht gesichert ist und es in diesem Schuljahr nicht genügend Vertretungslehrkräfte geben wird. Die Eltern werden sich auf mehr Unterrichtsausfall einstellen müssen. Im vergangenen Jahr standen neben der ständigen Lehrerreserve von 1.666 Stellen 3.792 befristet Beschäftigte für Vertretungen und andere Aufgaben zur Verfügung. Aufgrund der hohen Zahl von Schwangerschaften rechnet die GEW nicht damit, dass erneut ausreichend Ersatz gefunden werden kann.

„Die Schülerzahlen steigen, die begonnenen Reformen wie die Ganztagsschule und Inklusion sind unzureichend ausgestattet, viele Geflüchtete warten noch immer auf einen Schulplatz und alle Politiker versprechen mehr Qualität. Eine erste Voraussetzung dafür wäre, dass die Landesregierung mindestens auf die geplante Streichung der 1.733 Lehrerstellen bis 2020 verzichtet. Wer gestalten will, kann nicht auf Kosten der Schüler und Lehrkräfte sparen. Wer Unterrichtsqualität verbessern will, muss zuerst dafür sorgen, dass der Unterricht stattfindet. Und wer Lehrerstellen streicht, muss sich nicht wundern, wenn immer weniger junge Menschen sich für diesen Beruf entscheiden“, sagte Moritz.

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