GEW Baden-Württemberg
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GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz wiedergewählt

Kretschmann: Weiter in Bildung und Wissenschaft investieren

04.03.2016

Sindelfingen – Die größte bildungspolitische Interessenvertretung in Baden-Württemberg wird auch in den nächsten vier Jahren von Doro Moritz geleitet. Die 60jährige aus Heimsheim (bei Pforzheim) erhielt 95,6 Prozent der Delegiertenstimmen. „Gute Bildung ist teuer, schlechte Bildung können wir uns nicht leisten. Mein Wahlergebnis ist ein Auftrag, die erfolgreiche Arbeit der GEW in den vergangenen Jahren fortzusetzen. Wir werden weiter für die Fortsetzung der Bildungsreformen und bessere Arbeits- und Lernbedingungen in allen Bildungseinrichtungen streiten. Die neue Landesregierung muss dafür sorgen, dass in bessere Bildung an KiTas, Schulen, Hochschulen und in der Weiterbildung investiert wird“, sagte am Freitag (04.03.) in der Stadthalle Sindelfingen Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) kündigte vor den 360 Delegierten aus ganz Baden-Württemberg an, weiter in Bildung und Wissenschaft investieren zu wollen. Kretschmann lobte unter anderem die gute Arbeit von Kultusminister Andreas Stoch und dankte allen, die mit ihrer Arbeit in Kitas und Schulen zur Integration von geflüchteten Kindern und Jugendlichen beitragen. Kretschmann setzt auf eine Weiterentwicklung des bestehenden Schulsystems. „Das Gymnasium wird nur stark bleiben, wenn wir beim G8 bleiben. Wir haben das Gymnasium weiter gestärkt und wir haben starke berufliche Gymnasien“, sagte Kretschmann.

Doro Moritz kandidierte zum dritten Mal für den Vorsitz der Bildungsgewerkschaft. Seit ihrem Amtsantritt im Jahr 2008 konnte die GEW die Zahl der Mitglieder um 6.000 auf jetzt 50.000 erhöhen. Die GEW ist auch bundesweit der größte GEW-Landesverband. Die GEW, die als einzige Organisation Lehrer/innen aller Schularten und Beschäftigte aus allen Bildungseinrichtungen organisiert, ist auch bundesweit der größte GEW-Landesverband. Die GEW im Südwesten hat in den letzten 20 Jahren 18.000 Mitglieder dazu gewonnen. Mit 1.500 zusätzlichen Mitgliedern seit 2012 hat die GEW dieses Jahr zum 60. Geburtstag 50.000 Mitglieder.
 
360 Delegierte – 100 Anträge – Prominente Gäste
Auf der dreitägigen LDV in Sindelfingen wählen 360 Delegierte aus ganz Baden-Württemberg und allen Bildungseinrichtungen die GEW-Spitze für vier Jahre. Auf der Tagesordnung steht die Beratung von gut 100 Anträgen zur Bildungs- und Gewerkschaftspolitik. Gut eine Woche vor der Landtagswahl erwarten die Delegierten noch von Kultusminister Andreas Stoch (04.03., 16:30 Uhr) und CDU-Spitzenkandidat Guido Wolf (05.03., 9 Uhr) klare Aussagen zur Zukunft der Bildungspolitik nach dem 13. März.

Reformen fortsetzen – keine Lehrerstellen streichen
Die GEW-Landesvorsitzende rechnet damit, dass sich bis zum Jahr 2020 die Bildungslandschaft in Baden-Württemberg weiter verändern wird. „Die positiven Reaktionen der Eltern auf Reformprojekte wie die
Gemeinschaftsschule, der Ganztagsschul- oder den KiTa-Ausbau zeigen, dass wir Bildungseinrichtungen brauchen, in denen Kinder und Jugendliche besser unterstützt werden und in denen Inklusion und Chancengleichheit keine Fremdwörter mehr sind. Die zukünftige Landesregierung steht vor der Herausforderung, weiter in Kitas, Schulen, Hochschulen und die Erwachsenenbildung zu investieren. Seit fünf Jahren wird ein Reformstau aufgelöst. Damit die zahlreichen Projekte gelingen, brauchen wir Unterstützung. Wir erwarten bis zum Wahltermin am 13. März von allen im Landtag vertretenen Parteien noch klare Aussagen, ob weiterhin gut 3.000 Lehrerstellen bis 2020 gestrichen werden sollen. Das wäre ein herber Rückschlag für die Bildungspolitik“, sagte Moritz.

Fehlende Lehrerstellen
Die GEW-Chefin bezeichnet es als große Herausforderung, in den nächsten Jahren alle Lehrerstellen zu besetzen. Die GEW erwartet klare Aussagen, wie der Lehrerbedarf gedeckt werden kann. „Seit Januar haben mehr als 5.000 junge Frauen und Männer ihren Vorbereitungsdienst oder ihr Referendariat an allen Schularten des Landes begonnen. Die Schulen brauchen sie und die angehenden Lehrkräfte brauchen eine klare Perspektive. Wer verhindern will, dass bei uns ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer abwandern, muss die abgesenkte Eingangsbesoldung zurück nehmen und klar sagen, dass auf eine weitere Streichung von Lehrerstellen verzichtet wird“, sagte Moritz.

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