GEW Baden-Württemberg
Sie sind hier:

Land will 10.600 Stellen schaffenGEW-Lehrerbedarfsprognose bestätigt

Das Land hat die Bedarfsprognose der GEW von Anfang Februar bestätigt. Die Bildungsgewerkschaft begrüßt den Vorschlag der Kultusministerin, neue Lehrerstellen zu schaffen – und schlägt eine Sofortmaßnahme gegen den Lehrermangel an Schulen vor.

20.02.2019 - GEW-Pressemitteilung

Die Bildungsgewerkschaft GEW begrüßt den Vorschlag der Kultusministerin, 10.600 neue Lehrerstellen zu schaffen und macht sich für einen schnellen Ausbau der Studienplätze stark.

„Diese Landesregierung hat eine einmalige Chance. Die Kassen sind voll und die Daten für eine verlässliche Lehrerbedarfsplanung liegen vor. Wenn die Regierung Kretschmann jetzt handelt, mehr Studienplätze und neue Lehrerstellen schafft, kann sie Fehler früherer Landesregierungen vermeiden und den drohenden Lehrermangel in den weiterführenden Schulen verhindern. Die Lehrerbedarfsprognosen des Kultusministeriums und der GEW sind eindeutig: Wenn wir unsere Schulen mit Ganztagsangeboten, einer höheren Vertretungsreserve und Klassenleitungsstunden besser machen wollen, muss die Landesregierung in den nächsten 15 Jahren mindestens 10.500 neue Stellen schaffen", sagte Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg, in Stuttgart.

Die am 6. Februar von der GEW vorgestellte Lehrerbedarfsprognose des Bildungswissenschaftlers Klaus Klemm (PDF) kam auf einen Mehrbedarf von 10.500, die Modellrechnung des Kultusministeriums auf zusätzliche 10.600 Lehrerstellen bis 2030.

Sofortmaßnahme: Altersermäßigung erhöhen

Klemm hatte 2017 eine Lehrerbedarfsprognose für die Grundschulen im Südwesten vorgelegt, nach der bis 2030 fast 12.000 Stellen neu besetzt werden müssen. Auf Druck der GEW werden jetzt bis zum Wintersemester 2019/20 400 zusätzliche Studienplätze geschaffen. „Die Nachfrage nach Lehrkräften für die Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) wird auf absehbare Zeit bei weitem nicht gedeckt werden können“, heißt es in der Klemm-Studie für die weiterführenden Schulen. „Die Zahlen für die weiterführenden Schulen zeigen, dass wir auch mehr Studienplätze für Sonderpädagogik und das Lehramt Haupt-/Werkreal- und Realschulen brauchen. Mit dem weiteren Ausbau an den Pädagogischen Hochschulen darf die Landesregierung nicht warten. Die zusätzlichen Studienplätze müssen im nächsten Doppelhaushalt aufgenommen werden“, sagte Moritz.

Die Bildungsgewerkschaft weist darauf hin, dass in der Modellrechnung des Kultusministeriums unter anderem noch der Abbau der Überstunden-Bugwellen an den Gymnasien, Poolstunden für Förderunterricht insbesondere an den Grundschulen, der Ganztagsausbau und die Einführung multiprofessioneller Teams an allen Schularten fehlen.

Als Sofortmaßnahme gegen den Lehrermangel schlägt die GEW eine Erhöhung der Altersermäßigung vor, da nur jede vierte Lehrkraft bis zur Altersgrenze arbeitet.

Zurück