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Landesweite GEW-SchulleitungstagungSchulleitungen in der Krise

Auf der heutigen Schulleitungstag sprach sich die GEW für klare Konzepte für alle Schularten bis zu den Sommerferien aus und erwartet mehr Unterstützung für die Schulleitungen.

29.01.2021 - GEW-Pressemeldung

„Wir haben in diesem Corona-Schuljahr noch 22 Schulwochen und viele ungelöste Probleme vor uns. Schulleitungen sind seit März 2020 im Dauerstress und brauchen mehr Planungssicherheit. Sie erwarten jetzt klare Konzepte für Fern- und Wechselunterricht, die Absage von in diesem Jahr unnötigen Vergleichstests wie VERA, Konzepte für die Schüleranmeldungen unter Pandemiebedingungen und vor allem eine bessere personelle Unterstützung. Warum ignoriert die Landesregierung seit Monaten die GEW-Vorschläge, Pädagogische Assistenzen einzustellen und Lehramtsstudierende zur Unterstützung der Lehrkräfte einzusetzen?“, sagte Ricarda Kaiser, stellvertretende Landesvorsitzende der GEW am Freitag (29.01.) bei der GEW-Schulleitungs-Tagung in Stuttgart. An der Tagung nahmen online rund 350 Schulleitungen aller Schularten aus ganz Baden-Württemberg teil.

Kultusministerin Susanne Eisenmann dankte in ihrer Rede den Schulleitungen für ihren Einsatz in den vergangenen Monaten und warb um Verständnis: „Corona und langfristige Planung schließt sich aus. Mehr Planungssicherheit ist leider nicht möglich“, sagte Kultusministerin Susanne Eisenmann, die sich nach ihrem Vortrag den Fragen der Schulleitungen stellte. Sie machte deutlich, dass sie hofft, bald wieder in den Präsenzunterricht zurückkehren zu können und Wechselunterricht für die Schulen mit hohem Organisationsaufwand verbunden sei. „Wir können nicht sagen, Baumarkt zu, Schule zu“, plädierte sie für klare Prioritätensetzung.

Vorrangige Impfangebote für Beschäftigte an SBBZ

Die GEW begrüßte, dass die Kultusministerin den Vorschlag aufgegriffen und erreicht hat, dass Beschäftigte an den Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) vorrangig Impfangebote erhalten sollen. Dort findet zum Teil seit 11. Januar regulärer Unterricht statt. Eisenmann kündigte auch an, dass die Gespräche auf Bundesebene abgeschlossen sind und sicher sei, dass alle Lehrkräfte mobile Endgeräte erhalten werden.

Die GEW setzt sich dafür ein, dass noch im laufenden Schuljahr mit Pädagogischen Assistenzen und Lehramtsstudierenden zusätzliches Personal an die Schulen kommt und Schulleitungen von Unterrichtsaufgaben freigestellt werden.

Auf der Tagung referierte der Bildungswissenschaftler Prof. Dr. Michael Schratz (Universität Innsbruck) zum Thema „Mit Corona Schule gestalten – alte und neue Herausforderungen für „Leadership“?“ und die stellvertretende GEW-Landesvorsitzende Ricarda Kaiser sprach über „Welche Unterstützung brauchen Schulleitungen jetzt?“. Die Bildungsgewerkschaft ist mit gut 50.000 Mitgliedern die größte bildungspolitische Interessenvertretung im Südwesten und vertritt die meisten Schulleitungsmitglieder im Land.