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GEW: Schwimmunterricht für alle Grundschulkinder

Jedes dritte Kind im Grundschulalter kann nicht sicher schwimmen

21.07.2016 - GEW-Pressemitteilung

Die GEW spricht sich dafür aus, dass jedes Kind in der Grundschule schwimmen lernt. Experten schätzen, dass fast jedes dritte Kind im Grundschulalter in Deutschland nicht sicher schwimmen kann. „Es darf nicht sein, dass ein Kind während seiner gesamten Schullaufbahn nicht einmal Schwimmunterricht bekommt. Viel zu oft wird die Verantwortung von den Schulen auf die Eltern übertragen. Wenn Mutter und Vater selbst nicht schwimmen können, kein Schwimmbad in der Nähe ist oder die Eintrittspreise zu teuer sind, dann fällt das Schwimmen ganz aus. Durch die vielen geflüchteten Kinder und Jugendlichen, die meist gar nicht schwimmen können, besteht noch größerer Handlungsdruck“, sagte am Donnerstag (21.07.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der GEW.


Mit dem Schwimmunterricht kann laut Deutscher Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) unter anderem erreicht werden, dass die Anzahl von Toten bei Schwimmunfällen zurückgeht. Die Bildungsgewerkschaft ruft die Landes-regierung auf, mehr Geld für den Schwimmunterricht zur Verfügung zu stellen. „Es darf weder Ausreden geben, noch gespart werden, wenn es um das Leben von Kindern geht. Alle Schulen müssen Zugang zu Schwimmbädern bekommen. Oder dass dort, wo der Weg zum Schwimmbad zu weit ist, der Schwimmunter-richt, mehrstündig stattfindet. Nur so kann vermieden werden, dass der Schwimmunterricht weiterhin die Schwachstelle des Sportunterrichts bleibt“, sagte Moritz.


Der Bildungsplan für Grundschulen empfiehlt, mit dem Schwimmunterricht möglichst früh zu beginnen. In der Realität ist dieser ist aber oft zu kurz, damit Nichtschwimmer dort das Schwimmen lernen. Für große Klassen mit bis zu 28 Kindern werden zudem zusätzliche Lehrerstunden benötigt und viele Lehrkräfte sind nicht „rettungsfähig“ und müssen entsprechend fortgebildet werden, damit sie den Schwimmunterricht begleiten können.


Ähnlich wie beim Bildungserfolg hängt in Deutschland auch die Schwimmfähig-keit von der sozialen Herkunft der Eltern ab. Während sich die große Mehrheit der Abiturienten als durchschnittliche bis gute Schwimmer bezeichnen, kann nur gut die Hälfte der Jugendlichen mit Hauptschulabschluss schwimmen.

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