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1. Mai zum ersten Mal digital im LivestreamGEW: Solidarisch ist man nicht alleine – Schuldenbremse langfristig aufgeben

Die GEW setzte sich am 1. Mai für eine bessere Bildungspolitik in Baden-Württemberg ein und bezeichnet die Investitionen der Landesregierung für Kitas und Schulen als „schwaches Zeichen in Zeiten von Corona“.

01.05.2020 - GEW-Pressemitteilung

„Die letzten Wochen haben deutlich gemacht, was Grüne und CDU in den vergangenen Jahren versäumt haben. In Kitas und Schulen fehlt Personal, mit Kreidetafeln lässt sich kein digitales Lernen organisieren. Noch immer denkt die Landesregierung, dass zusätzliche 130 Millionen Euro für Digitalisierung an Schulen reichen würden. Das sind 90 Euro pro Schülerin und Schüler. Das ist mutlose Bildungspolitik. Wir Gewerkschaften haben immer gegen die Schuldenbremse gekämpft. Ohne die Schuldenbremse wären mehr Investitionen in Bildung möglich gewesen und Kitas, Schulen und Hochschulen hätten die Coronakrise besser meistern können. Das muss uns eine Lehre sein. Die Schuldenbremse darf nicht wieder eingeführt werden“, sagte am 1. Mai in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Wir brauchen in dieser Krise Investitionen in die Wirtschaft und auch in die Bildung. Für die Beseitigung der Ungleichheit muss ein wirksames Konzept entwickelt werden. Die GEW-Vorsitzende dankte allen Beschäftigten, die jetzt in einer neuen und schwierigen Situation versuchen, Eltern zu unterstützen, in der Notbetreuung arbeiten und die Kitas und Schulen schrittweise wieder zu öffnen.

„Jetzt erleben alle, dass wir solidarisch nicht alleine sind. Unsere Kinder und Jugendlichen mit ihrer Erzieherinnen und Lehrkräften haben es verdient, dass sie mehr Anerkennung bekommen. Gute Bildung geht nur mit besseren Arbeitsbedingungen für die pädagogischen Profis. Gute Bildung für alle in unserem Land ist der Schlüssel für gesellschaftliche Teilhabe, für beruflichen Erfolg, für Demokratie und Toleranz. Gute Bildung ist teuer. Schlechte Bildung ist so teuer, dass unser Land sie sich nicht leisten kann“, sagte Moritz.

Der DGB Baden-Württemberg wird am 1. Mai von 10 Uhr an einen einstündigen Stream senden mit Videobotschaften von haupt- und ehrenamtlichen Kolleg*innen aus ganz Baden-Württemberg. Dabei sein werden auch die GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz und die Mannheimer Grundschullehrerin Ricarda Kaiser. In dieser virtuellen 1. Mai-Kundgebung sprechen beispielsweise auch eine Altenpflegerin, die schon vor Corona am Limit gearbeitet hat, und ein Betriebsrat in der Zulieferindustrie, wo ein Teil der Belegschaft in Kurzarbeit ist, der andere jede Menge Mehrarbeit leistet.

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