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GEW startet Aktionen für bessere Bezahlung der Grund- und Hauptschullehrkräfte

JA13 – weil Grund- und Hauptschullehrer/innen es verdienen

25.11.2016 - Pressemitteilung

„Eigentlich könnten heute alle Grund- und Hauptschullehrerinnen und -lehrer an Grund-, Haupt- und Werkrealschulen aufhören zu arbeiten und in die Weihnachtsferien starten. Heute ist für sie in Baden-Württemberg der Equal Pay Day. Ihre mit A13 besser bezahlten Kollegeninnen und Kollegen, mit denen sie oft an der gleichen Schule arbeiten, haben heute bereits so viel verdient wie sie mit der Besoldungsgruppe A12 am Jahresende. Wenn die Landesregierung nichts tut, wird diese Benachteiligung den Lehrermangel vor allem an den Grundschulen verschärfen“, sagte am Freitag (25.11.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der GEW.

Die GEW verlangt, dass der Beruf der Grundschullehrer/innen aufgewertet wird und die Pädagog/innen deutlich besser als bisher bezahlt werden. „Der Grundstein für gute Bildung wird bei den Kleinsten gelegt. Trotzdem erkennt Deutschland die wertvolle Arbeit der Grundschullehrerinnen immer noch nicht ausreichend an. Nicht zuletzt mit der Inklusion sind die Anforderungen an die pädagogische Arbeit an Grundschulen kontinuierlich angestiegen. Die GEW erwartet von der Landesregierung außerdem einen Stufenplan für den Aufstieg aller Hauptschul- und Werkrealschullehrkräfte von der Besoldungsgruppe

A12 in A13. Es muss endlich Schluss damit sein, dass Hauptschullehrkräfte die am schlechtesten bezahlten in der Sekundarstufe I sind und von der Politik ignoriert werden“, sagte Moritz.

Derzeit gibt es in Baden-Württemberg 742 öffentliche Haupt-/Werkrealschulen (2003: 1207). Etwa 2.500 Hauptschullehrkräfte arbeiten bereits an Gemeinschafts-und Realschulen sowie Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren. Ein großer Teil hat nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts einen Anspruch auf Qualifizierungsangebote für das höhere Lehramt. Alle neuen Haupt- und Werkrealschullehrkräfte werden ab 2017 in A 13 eingestellt. Das verschärft die Benachteiligung der vorhandenen Lehrkräfte.

Verbeamtete Grundschullehrerinnen werden in allen Bundesländern nach A12 besoldet. Als Angestellte sind sie in der Entgeltgruppe (E) 11 des Tarifvertrages der Länder (TVL) eingruppiert. Im Schnitt verdienen diese Pädagogen rund 350 bis 450 Euro im Monat weniger als die Lehrkräfte mit A13.

Unter dem „JA13“-Motto macht die GEW bundesweit auf die Lohnlücke zwischen A12 und A13 bzw. E11 und E13 aufmerksam.

„Ja13“-Aktionstage finden jeweils an dem Tag statt, ab dem die pädagogischen Profis nicht mehr arbeiten müssten, wenn sie nach A13 bzw. E13 bezahlt würden (umgekehrter „Equal Pay Day“). In Baden-Württemberg fällt dieser "Equal Pay Day“ auf den 25. November.

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