GEW Baden-Württemberg
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(Grün-) Schwarzer Tag für die Bildung

GEW: Mehr Aufgaben, weniger Lehrer/innen, mehr Unterrichtsausfall

14.12.2016 - GEW-Pressemitteilung

(Zumeldung Landtagsdebatte 14.12.16: Haushaltsplan 2017)

Stuttgart – Die Bildungsgewerkschaft GEW bezeichnet den Landeshaushaltsplan 2017 als „(grün-) schwarzen Tag für die Bildungseinrichtungen in Baden-Württemberg“. Die Eltern müssten sich auf eine weitere Verschlechterung der Unterrichtsversorgung einstellen.

„Die Landesregierung will den Schulen im nächsten Jahr 500 Lehrerstellen wegnehmen, obwohl die Schülerzahlen steigen und mit Informatik, Ganztagsschulen und Inklusion ständig zunehmende Aufgaben auf die Lehrerinnen und Lehrer zukommen. Die Qualität des Unterrichts kann nur dort verbessert werden, wo er stattfindet. Statt Sparauflagen aus dem Hause Sitzmann und Kretschmann brauchen wir eine nachhaltige Bildungspolitik und Gestaltungsspielräume für das Kultusressort. Dazu gehört der Verzicht auf Stellenstreichungen und ein Ausbau der völlig unzureichenden ständigen Lehrerreserve“, sagte am Mittwoch (14.12.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Die GEW berichtet von einem gestiegenen Unterrichtsausfall in diesem Schuljahr und fehlenden Lehrkräfte für die Vertretung. Im vergangenen Jahr standen neben der ständigen Lehrerreserve von 1.666 Stellen 3.792 befristet Beschäftigte für Vertretungen und andere Aufgaben zur Verfügung. Für die rund 6.500 wegen Mutterschutz und Langzeiterkrankungen ständig fehlenden Lehrkräfte gelingt es nicht mehr, Ersatz zu finden. „Wenn die feste Vertretungsreserve nicht endlich erhöht wird, dauert es nicht mehr lange, bis die Eltern auf dem Schlossplatz gegen den zunehmenden Unterrichtsausfall demonstrieren. Der gesellschaftliche Zusammenhalt und Wohlstand in unserem Land wird durch die ungleichen Bildungschancen für unsere Kinder in Frage gestellt“, sagte Moritz.

Die GEW kritisiert, dass Grundschulen trotz aller Versprechungen weiter benachteiligt werden und als einzige Schulart keine Poolstunden für zusätzliche Angebote wie Förderunterricht erhalten. „Der grün-schwarze Koalitionsvertrag ist nur wenige Monate nach der Unterzeichnung das Papier nicht mehr wert. Wo bleibt zum Beispiel der versprochene Ethikunterricht? Wie soll Digitalisierung gelingen, wenn jetzt die Einführung des Informatikunterrichts für alle weiterführenden Schulen gestrichen wird? Statt der versprochenen Ruhe für die Schulen wächst dort bei Lehrkräften, Schülern und Eltern die Unzufriedenheit, weil die Baustellen größer werden und von ernsthaften Bemühungen für Qualitätsverbesserung nichts zu spüren ist.“, sagte Moritz.

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