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RechtschreibungGrundschulen erhalten keine einzige Förderstunde

Die GEW bezeichnet die Maßnahmen des Kultusministeriums zur Sprach- und Rechtschreibförderung als Alibi-Fortbildungen für Grundschulen. Echte Unterstützung müsse anders aussehen, sagte die Landesvorsitzende Doro Moritz.

13.05.2019 - GEW-Pressemitteilung

Die Bildungsgewerkschaft GEW nennt die Fortbildungsinitiative „Orthographie lehren und lernen in der Grundschule“ eine „Alibi-Veranstaltung der Kultusministerin“.

„Echte Unterstützung der überlasteten Lehrkräfte an den Grundschulen in Baden-Württemberg muss anders aussehen. Die Grundschulen sind trotz schöner Sonntagsreden immer noch abgehängt. Als einzige Schulart in Baden-Württemberg erhalten sie keine einzige Poolstunde für Förderunterricht, müssen die Lehrkräfte nur acht statt zehn Semester studieren und für den im Bundesvergleich besonders hohen Anteil von fachfremdem Unterricht gibt es keine Fortbildungsangebote. Aktuell wird durch den Lehrermangel die Situation weiter verschärft und der Landesregierung fällt nichts anderes ein als eine Fortbildungsreihe.
Sprachförderung fällt vielfach aus. Die Profis für Deutsch als Fremdsprache sind nur befristet beschäftigt und werden in den Sommerferien auf die Straße gesetzt. Warum erhalten sie keine dauerhafte Perspektive in den Grundschulen“, sagte Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg, in Stuttgart.

Das Fortbildungsangebot besteht aus Webinaren. Dafür ist die technische Ausstattung an den Schulen nicht vorhanden. „Die Kolleginnen und Kollegen an den 2.500 Grundschulen im Land haben es satt, dass die Kultusministerin schwächere Rechtschreibleistungen mit der Kompetenz der Lehrkräfte in Verbindung bringt und sie gleichzeitig keine Förderstunden und die Ausstattung bekommen, in denen sie Rechtschreibung voranbringen und sinnvolle Sprachförderung anbieten können“, so Moritz.

Die Grundschulen in Baden-Württemberg liegen in der Lehrer-Schüler-Relation auf dem 16. Platz der 16 Bundesländer. In allen weiterführenden Schularten einschließlich der Gymnasien wurden in den vergangenen Jahren die Poolstunden für Stütz- und Fördermaßnahmen deutlich ausgebaut. Die baden-württembergische Grundschule hat keine einzige, obwohl dort die Heterogenität in den Klassen am höchsten ist.

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