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Gute Gemeinschaftsschulen brauchen kleine Klassen

GEW erwartet klares Bekenntnis der Landesregierung zu Gemeinschaftsschulen

14.10.2016 - GEW-Pressemitteilung

Stuttgart – Die Bildungsgewerkschaft GEW erwartet von der Landesregierung ein klares Bekenntnis zu den Gemeinschaftsschulen. „Wer eine Erhöhung des Klassenteilers an Gemeinschaftsschulen fordert, hat keine Ahnung vom Alltag an diesen Schulen. Das individualisierte und kooperative Lernen und die zeitintensiven Leistungsrückmeldungen erfordern kleinere Klassen. Die Gemeinschaftsschulen sind auch die weiterführende Schulart, die Inklusion flächendeckend umsetzen und unterrichten die meisten Flüchtlingskinder. 2012 wurde deshalb ein Klassenteiler von 25 vorgeschlagen, der jetzige Teiler von 28 ist bereits zu hoch“, sagte am Freitag (14.10.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Die GEW sieht angesichts der Entwicklung der Schülerzahlen und der Reformprojekte keine Möglichkeiten in den Schulen zu sparen. „Die Schülerzahlen steigen, die begonnenen Reformen wie die Ganztagsschule und Inklusion sind unzureichend ausgestattet, viele Geflüchtete warten noch immer auf einen Schulplatz und alle Politiker versprechen mehr Qualität. Eine erste Voraussetzung dafür wäre, dass die Landesregierung mindestens auf die geplante Streichung der 1.333 Lehrerstellen bis 2020 verzichtet. Wer gestalten will, kann nicht auf Kosten der Schüler und Lehrkräfte sparen“, sagte Moritz.

Die GEW sieht die Gemeinschaftsschulen auf einem guten Weg. „Das Interesse an Gemeinschaftsschulen wächst bei Eltern und Schulträgern. Auch die Begleitforschung zeigt, dass die Eltern mit der Schulwahl für ihre Kinder zufrieden sind. Über die Akzeptanz und den Erfolg von Gemeinschaftsschulen entscheidet deren Qualität und pädagogische Attraktivität. Die Schulen, die meistens aus Werkrealschulen gestartet sind, müssen neue pädagogische Konzepte gestalten, der Heterogenität ihrer Schüler gerecht werden, den gebundenen Ganztagsbetrieb organisieren und über Inklusion nicht nur reden, sondern jeden Tag leben“, sagte Moritz.

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