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Inklusion in Baden-Württemberg steht vor dem Scheitern

08.06.2018 - GEW-Pressemitteilung

Die GEW unterstützt die SPD-Vorschläge zur besseren Unterstützung der Inklusion an Schulen und fordert, dass die Studienplätze bereits im Wintersemester 2018/19 ausgebaut werden.

Die Bildungsgewerkschaft GEW unterstützt die SPD-Vorschläge zur besseren Unterstützung der Inklusion an Schulen.

„Inklusion ist das Thema, bei dem ich mich am meisten dafür schäme, wie stiefmütterlich Grüne und CDU in der Landesregierung, aber auch viele Gemeinden und Städte in unserem wohlhabenden Land damit umgehen. Warum ist es nicht längst selbstverständlich, dass jede Kita, jede Schule und Hochschule barrierefrei ist und warum bekommen derzeit Kinder mit Beeinträchtigungen sowohl in den Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren als auch in den Grund- und den weiterführenden Schulen meist eine schlechtere Förderung als noch vor wenigen Jahren?

Ohne Not spart die Landesregierung auf dem Rücken der betroffenen Kinder und Jugendlichen, deren Eltern und der engagierten Lehrkräfte. Die Rückmeldungen aus den Schulen zeigen, dass so die Inklusion vor dem Scheitern steht“, sagte Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), in Stuttgart.

Mehr Studienplätze für Sonderpädagog/innen

Die GEW erwartet, dass die Landesregierung bereits zum Wintersemester 2018/19 mehr Studienplätze für Sonderpädagog/innen anbietet.

„Inklusion und der langfristig zunehmende Bedarf an Sonderpädagogen sind nicht vom Himmel gefallen. Wir brauchen dringend mehr Studienplätze. Stattdessen hält die Landesregierung nicht einmal mehr am Ziel fest, dass zwei Pädagogen für den gemeinsamen Unterricht verantwortlich sein müssen“, so die GEW-Landeschefin.

Die GEW-Chefin weist auf gute Beispiele für gelingende Inklusion hin. Eine GEW-Delegation hatte in den Pfingstferien Kitas und Schulen in Südtirol besucht. Dort ist es selbstverständlich, dass alle Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigung die Kindergärten, Grund-, Mittel- und Oberschulen besuchen.

„Jede Kita und jede Schule ist barrierefrei, in den Grundschulen liegt der reguläre Klassenteiler bei 22 statt bei 28 wie bei uns und sobald ein Kind mit ‚besonderen Bildungsbedürfnissen‘ in der Klasse ist, liegt der Klassenteiler bei 20. Integrationslehrkräfte gehören selbstverständlich in jeder Schule dazu. Warum soll das nicht auch bei uns möglich sein?“, sagte Moritz.

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