GEW Baden-Württemberg
Sie sind hier:

Jung, engagiert, qualifiziert – und weniger wert?

Pädagogische Saisonarbeiter abschaffen – 3.000 werden arbeitslos

16.07.2015

Stuttgart - Junge Lehrer/innen aus ganz Baden-Württemberg und befristet angestellte Lehrkräfte haben sich heute (16.07.) auf dem Stuttgarter Schlossplatz für eine bessere Bezahlung stark gemacht. Mit einem Flashmob machten sie in einer symbolischen Aktion auf die acht-prozentige Gehaltskürzung für Lehrer/innen in den ersten drei Berufs-jahren aufmerksam. Außerdem beginnen in knapp zwei Wochen für etwa 3.000 Lehrer/innen in Baden-Württemberg nicht die Sommerferien, sondern sie werden arbeitslos.

"Diese meist jungen Lehrerinnen und Lehrer sind für die Schulen der Rettungsanker. Sie halten unter oft schwierigen Bedingungen und schlechter Bezahlung den Unterrichtsbetrieb in Baden-Württemberg aufrecht. Die meisten werden ab September wieder am Lehrerpult benö-tigt, aber trotzdem von der Landesregierung in die Arbeitslosigkeit geschickt. Auch die Freude über die große Zahl von Einstellungen für Lehrkräfte in diesem Jahr ist leider getrübt. Denn den jungen Leuten werden für die ersten drei Jahre acht Prozent ihres Gehalts gestrichen. So geht in der freien Wirtschaft kein guter Arbeitgeber mit seinen Fachkräften um. Wir erwarten, dass diese Praxis gestoppt wird", sagte Moritz. CDU und FDP hatten diese Sparmaßnahme eingeführt und die Gehälter der Junglehrer/innen um vier Prozent gekürzt, Grüne und SPD haben die willkürliche Sparmaßnahme auf acht Prozent erhöht.

Etwa 3.000 befristet angestellte und für Krankheitsvertretungen einge-setzte Lehrkräfte werden zum Ferienbeginn von der Landesregierung entlassen, obwohl die meisten von ihnen im neuen Schuljahr wieder unterrichten werden. Die GEW spricht sich dafür aus, die befristeten Lehrerstellen wie in vielen anderen Bundesländern in feste Stellen umzu-wandeln und bis dahin zumindest die Sommerferien zu bezahlen. Grüne und SPD hatten diese Praxis der ehemaligen CDU/FDP-Landesregierung bis 2011 immer kritisiert und versprochen, die Bezahlung der pädagogischen Profis in den Sommerferien sicherzustellen.

Zurück