GEW Baden-Württemberg
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Landesdelegiertenversammlung (LDV) GEW BW, 3. - 5. März 2016

GEW wirkt: Mitgliederzahlen der Bildungsgewerkschaft steigen weiter

02.03.2016 - GEW-Pressemitteilung

Stuttgart – Die GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz rechnet damit, dass sich bis zum Jahr 2020 die Bildungslandschaft in Baden-Württemberg weiter verändern wird. „Die positiven Reaktionen der Eltern auf Reformprojekte wie die Gemeinschaftsschule, den Ganztagsschul- oder den KiTa-Ausbau zeigen, dass wir Bildungseinrichtungen brauchen, in denen Kinder und Jugendliche besser unterstützt werden und in denen Inklusion und Chancengleichheit keine Fremdwörter mehr sind. Die zukünftige Landesregierung steht vor der Herausforderung, weiter in Kitas, Schulen, Hochschulen und die Erwachsenenbildung zu investieren. Seit fünf Jahren wird ein Reformstau aufgelöst. Damit die zahlreichen Projekte gelingen, brauchen wir Unterstützung. Wir erwarten bis zum Wahltermin am 13. März von allen im Landtag vertretenen Parteien noch klare Aussagen, ob weiterhin gut 3.000 Lehrerstellen bis 2020 gestrichen werden sollen. Das wäre ein herber Rückschlag für die Bildungspolitik“, sagte am Mittwoch (02.03.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Doro Moritz kandidiert bei der am Donnerstag (03.03.) in der Stadthalle Sindelfingen beginnenden Landesdelegiertenversammlung (LDV) der GEW für ihre dritte Amtsperiode. Die 60jährige Lehrerin aus Heimsheim bei Pforzheim steht seit 2008 an der Spitze der größten bildungspolitischen Interessenvertretung in Baden-Württemberg. Die GEW, die als einzige Organisation Lehrer/innen aller Schularten und Beschäftigte aus allen Bildungseinrichtungen organisiert, ist auch bundesweit der größte GEW-Landesverband. Die GEW im Südwesten hat in den letzten 20 Jahren 18.000 Mitglieder dazu gewonnen. Mit 1.500 zusätzlichen Mitgliedern seit 2012 hat die GEW dieses Jahr zum 60. Geburtstag der Organisation 50.000 Mitglieder.

Auf der dreitägigen LDV wählen 360 Delegierte aus ganz Baden-Württemberg und allen Bildungseinrichtungen die GEW-Spitze für vier Jahre. Auf der Tagesordnung steht die Beratung von gut 100 Anträgen zur Bildungs- und Gewerkschaftspolitik. Gut eine Woche vor der Landtagswahl erwarten die Delegierten von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (04.03., 9 Uhr), Kultusminister Andreas Stoch (04.03., 16:30 Uhr) und CDU-Spitzenkandidat Guido Wolf (05.03., 9 Uhr) klare Aussagen zur Zukunft der Bildungspolitik nach dem 13. März.

Frauen sind Spitze in der GEW

Die GEW ist die Gewerkschaft mit den meisten Frauen in ihren Reihen. Mehr als 72 Prozent der Mitglieder sind Frauen (2012: 70 Prozent). An der GEW-Spitze sind die Vorsitzende, drei der vier stellvertretenden Vorsitzenden und zwei der vier Bezirksvorsitzenden voraussichtlich künftig Frauen. 58 Prozent der Delegierten auf der LDV in Sindelfingen sind weiblich. Jeweils zehn Prozent der Delegierten sind jünger als 35 Jahre bzw. 65 und älter.

Vier stellvertretende Landesvorsitzende aus Heilbronn, Donaueschingen und Stuttgart

Die bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden Michael Futterer aus Heilbronn (Berufliche Schule), Petra Kilian aus Stuttgart (Kita-Leiterin) und Ruth Schütz-Zacher aus Donaueschingen (Realschul- und Gemeinschaftsschullehrerin) kandidieren wieder. Heike Pommerening aus Heilbronn (Kindheitspädagogin) kandidiert erstmals im Team mit Petra Kilian.

Fehlende Lehrerstellen

Die GEW-Chefin bezeichnet es als große Herausforderung, in den nächsten Jahren alle Lehrerstellen zu besetzen. Die GEW erwartet klare Aussagen, wie der Lehrerbedarf gedeckt werden kann. „Seit Januar haben mehr als 5.000 junge Frauen und Männer ihren Vorbereitungsdienst oder ihr Referendariat an allen Schularten des Landes begonnen. Die Schulen brauchen sie und die angehenden Lehrkräfte brauchen eine klare Perspektive. Wer verhindern will, dass bei uns ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer abwandern, muss die abgesenkte Eingangsbesoldung zurück nehmen und klar sagen, dass auf eine weitere Streichung von Lehrerstellen verzichtet wird“, sagte Moritz.

Die GEW-Landesvorsitzende bezeichnet die aktuellen Auseinandersetzungen um die schulischen Veränderungen in Baden-Württemberg als „hoch emotional und oft unsachlich“. „Unser Schulsystem ist ein komplexes Gebilde. Es ist eine Illusion zu glauben, dass man die bestehenden Schularten je für sich betrachten und vertreten kann. Jedes Drehen an einer Schulartschraube hat Auswirkungen auf die anderen. Jede Partei muss sich mit ihrem Bildungskonzept daran messen lassen, ob es auch für die leistungsschwachen und benachteiligten Schülerinnen und Schüler eine wohnortnahe, leistungsstarke und gerechte Schule bietet. Das Bildungsangebot muss an Schulabschlüssen und nicht an Schularten ausgerichtet sein“, sagte Moritz.

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