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LehrkräfteausbildungLehrerbedarf langfristig planen

Die GEW fordert das Land dazu auf, den Lehrkräftebedarf endlich langfristig und verlässlich zu planen. Dafür müssen die Verantwortlichen rechtzeitig Studienplätze schaffen, anstatt immer nur an die nächsten vier bis fünf Jahre zu denken.

16.01.2019 - GEW-Pressemitteilung

Die Bildungsgewerkschaft GEW erwartet, dass endlich verlässliche Lehrerbedarfsprognosen eingeführt und die Studienplätze für Lehrer/innen weiter ausgebaut werden.

„In Baden-Württemberg unterrichten in diesem Schuljahr Schreiner, Fahrlehrer, Frisörinnen und Fleischerfachverkäuferinnen auf Stellen, für die eigentlich ausgebildete Sonderpädagoginnen und Grundschullehrkräfte vergeblich gesucht wurden. Es ist kein Wunder, dass so die Qualität an den Schulen nicht besser wird und die Eltern unzufrieden sind. Es gibt an unseren Schulen derzeit kaum vernünftige Bedingungen für Inklusion, Sprachförderung und viele andere pädagogische Herausforderungen. Wir verstehen nicht, warum die Landesregierung nicht endlich eine langfristige Lehrerbedarfsplanung macht, die auch mehr Reserven für Vertretungen und zusätzliche Bedarfe für Reformen wie den Ganztagsausbau, mehr Zeit für Schulleitungen und die Inklusion berücksichtigt“, sagte Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg, in Stuttgart.

Rechtzeitig Studienplätze schaffen

„Wir brauchen mutige Politiker, die nicht nur an die nächsten vier bis fünf Jahre denken, sondern rechtzeitig Studienplätze schaffen, damit auch in zehn Jahren genügend Lehrkräfte in unseren Klassenzimmern stehen“, sagte Moritz. Die GEW-Chefin lobt, dass im Nachtragshaushalt 2018 weitere 200 Studienplätze für Grundschullehrkräfte geschaffen wurden. „Der Bedarf dafür wurde bereits durch die von der GEW im April 2017 vorgelegten Lehrerbedarfsprognose belegt. Die Berechnungen zeigen auch, dass wir mehr Studienplätze für Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen brauchen“, so die Landesvorsitzende.

Die GEW setze sich bundesweit für eine bessere Bezahlung von Grundschullehrkräften ein, wie die GEW-Chefin sagte: „Der größte Mangel besteht an Grundschulen. Sie sind mit den Fachlehrkräften die am schlechtesten bezahlten Lehrkräfte. Immer mehr Bundesländer haben reagiert und die Besoldungsgruppe A 13 wie für die Lehrkräfte an den weiterführenden Schulen eingeführt. Warum kann sich das unser wohlhabendes Bundesland nicht leisten, warum ist hier die Arbeit mit 6- bis 10-jährigen Kindern weniger wert als die mit den älteren Schülern?“

Als kurzfristige Maßnahme gegen Unterrichtsausfall schlägt die GEW eine Erhöhung der Altersermäßigung vor. „Nur 26 Prozent der Lehrkräfte arbeiten derzeit bis zur gesetzlichen Altersgrenze. Mit einer besseren Altersermäßigung stünden Lehrerinnen und Lehrer länger zur Verfügung“, so Moritz.

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