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Lehrer/innen fehlen – Ausbildungsqualität in Gefahr

16.11.2017 - GEW-Pressemitteilung

GEW: Bewerbermangel bei berufsbezogenen Fächern

Zumeldung PK DGB zur Ausbildung (16.11.17)

Stuttgart – Die Bildungsgewerkschaft GEW befürchtet ein Sinken der Ausbildungsqualität in der dualen Ausbildung durch den Bewerbermangel bei Lehrer/innen. „Aufgrund fehlender Stellen fällt 1,7 Prozent des Unterrichts aus, in der dualen Ausbildung sogar 5,7 Prozent. Insgesamt fehlten 2016 etwa 270 Stellen an den Beruflichen Schulen. Für das kommende Schuljahr droht sogar ein Stellenabbau. Die Landesregierung muss mehr dafür tun, dass junge Leute diesen Beruf ergreifen“, sagte am Donnerstag (16.11.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

In den Beruflichen Schulen erhalten fast alle Referendar/innen nach ihrer Ausbildung eine Stelle. Allerdings konnten in den vergangenen Jahren jeweils nur etwa 40 bis 50 Prozent der freien Stellen mit Bewerber/innen aus der Lehramtsausbildung für Berufliche Schulen besetzt werden. Einen erheblichen Bewerbermangel gibt es besonders in technischen Fächern sowie in den Naturwissenschaften.

Jährlich werden rund 150 Direkteinsteiger eingestellt. Die Zahl der Interessenten ist zuletzt gesunken: Waren es 2015 noch 760, so meldeten sich 2017 nur noch 229 Bewerber/innen für einen Platz am Lehrerpult. Gerade bei Direkteinsteigern wie zum Beispiel Elektroingenieuren konkurriert das Kultusministerium bei der Einstellung mit der freien Wirtschaft. „Das Sparen an der Bildung in den vergangenen Jahren rächt sich. Junge Leute vertrauen nicht mehr darauf, dass sie in der Schule gute Einstellungsperspektiven und eine attraktive Bezahlung erwartet. Bei guter Konjunktur kann so der Öffentliche Dienst nicht mit Arbeitsplätzen in der freien Wirtschaft konkurrieren“, sagte Moritz.

Die Schülerzahlen an Beruflichen Schulen sind im Schuljahr 2016/17 um etwa 2.000 gestiegen. Auch die Eingangsklassen im dualen System waren in den vergangenen vier Jahren stabil und wurden zuletzt von 57.500 Schüler/innen besucht.

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