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Sofortmaßnahmen gegen Lehrermangel – mehr StudienplätzeFreiwillige Mehrarbeit hilft wenig

Die GEW nennt die Vorschläge zur freiwilligen Mehrarbeit von Lehrkräften nicht ausreichend und macht weitere Vorschläge zur Lehrergewinnung.

16.01.2020 - GEW-Pressemitteilung

(Zumeldung SWP: Lehrkräfte sollen freiwillig mehr arbeiten)

„Bereits jetzt gibt es im so genannten Regelstundenmaßausgleich die Möglichkeit, dass Lehrkräfte freiwillig mehr arbeiten. Es hilft insgesamt wenig, wenn einige Lehrerinnen und Lehrer länger im Klassenzimmer stehen. Warum greift die Landesregierung nicht einige Vorschläge aus dem GEW-Maßnahmenkatalog Lehrergewinnung auf und erhöht zum Beispiel die Altersermäßigung“, sagte am Donnerstag (16.01.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Die GEW hat dem Kultusministerium bereits vor über einem Jahr in einem 12-Punkte-Programm wirksame Maßnahmen gegen den Lehrermangel vorgeschlagen und setzt sich für einen weiteren Ausbau der Studienplätze ein.

12-Punkte-Programm zur Gewinnung von Lehrkräften

Dazu gehört eine Erhöhung der Altersermäßigung mindestens ab dem Alter von 63 Jahren. Dadurch soll erreicht werden, dass mehr Lehrkräfte bis zur gesetzlichen Altersgrenze im Dienst bleiben. Derzeit arbeiten nur 26 Prozent bis zur gesetzlichen Altersgrenze. Die Erhöhung dieses Prozentsatzes schafft nicht nur zusätzliches Unterrichtsvolumen, sondern trägt sogar zur Senkung der Versorgungsausgaben bei.

Übergangsweise sollen nach dem GEW-Maßnahmenpaket Grundschulen und die sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) als Mangelbereiche definiert werden. Dies ermöglicht bei der Eingruppierung nach dem TV-L (Tarifvertrag Länder) höhere Stufen. Regional soll es möglich sein, weitere Mangelbereiche in anderen Schularten zu definieren. In den beruflichen Schulen werden solche Regelungen bereits angewandt.

An beruflichen Schulen gibt es seit vielen Jahren Anwärtersonderzuschläge. Direkteinsteiger/innen an beruflichen Schulen erhalten in den ersten Jahren zwischen 50 und 350 Euro monatlich zusätzlich, in der Metall- und Elektrotechnik werden zum Teil höhere Beträge gezahlt. Die GEW schlägt vor, solche Regelungen auch für die Grundschulen im ländlichen Raum, in bestimmten Städten sowie für Fächer und Schularten, in denen Lehrermangel herrscht, einzuführen.

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