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Lehrermangel hausgemacht

GEW: Unterrichtsausfall wird steigen – ständige Lehrerreserve ausbauen

02.09.2016 - GEW-Pressemitteilung

Die GEW rechnet damit, dass es im neuen Schuljahr aufgrund der guten Lehrereinstellung nicht genügend Vertretungslehrkräfte geben wird und sich die Eltern auf mehr Unterrichtsausfall einstellen müssen. „Die Zahl von 6.600 neuen Lehrkräften, die in den Klassenzimmern starten, ist eine gute Nachricht für die Bewerberinnen und Bewerber und die Schulen. Unser Einsatz gegen die Sparpolitik und für eine ausreichende Grundausstattung der Schulen hat sich gelohnt. Ich kann mich jedoch nicht erinnern, dass zum Schuljahresbeginn so viele Stellen nicht besetzt werden konnten. Wir brauchen mehr feste Stellen für die Lehrerreserve. Befristete Verträge können wir uns nicht mehr leisten, um die Unterrichtsversorgung zu sichern“, sagte am Freitag (02.09.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der GEW. Der Großteil der neuen Stellen sind Ersatzeinstellungen für Lehrkräfte, die in den Ruhestand gegangen sind.

Die GEW schlägt unter anderem vor, schnell einen Aufbaustudiengang für Sonderpädagogik einzurichten, der für Lehrkräfte der Grund- und Hauptschulen attraktiv ist. „Der Mangel bei den Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen ist hausgemacht, denn Inklusion ist nicht plötzlich vom Himmel gefallen. Dort gibt es schon länger einen Lehrermangel. Richtig und wichtig sind die zusätzlichen Stellen für die Real- und Grundschulen. Die Grundschulen bleiben aber trotzdem die einzige Schulart ohne sogenannte Poolstunden. Gerade angesichts der vielen geflüchteten Kinder, der Inklusion und dem Ausbau der Ganztagsschulen muss für diese Schulart mehr getan werden“, sagte Moritz.

Die GEW-Chefin begrüßt, dass Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) Stellenstreichungen ablehnt. „Grün-Schwarz sollte nicht die Fehler von Grün-Rot vor vier Jahren wiederholen und rechtzeitig in Bildung investieren, um die Qualität in allen Schularten zu verbessern. Wer den Alltag in den Schulen kennt, braucht kein Bildungscontrolling, um zu beurteilen, dass viele Reformen unzureichend ausgestattet sind und deshalb nicht gut genug umgesetzt werden können“, sagte Moritz.

Die GEW kritisiert, dass im Ausblick der Ministerin für das neue Schuljahr die Inklusion, die notwendige Stärkung der Gemeinschaftsschulen und der Ausbau von Unterstützungssystemen für alle Schularten fehlen. „Für mehr Qualität brauchen die Schulen zum Beispiel Beratung und mehr Zeit für Teamentwicklung“, sagte Moritz.

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