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Mehr Qualität für Kinder statt Kinderbildungspass

GEW: Kritik an Kretschmanns Äußerungen zu Föderalismus und Vermögenssteuer

17.11.2016 - GEW-Pressemitteilung

Stuttgart – Die Bildungsgewerkschaft GEW verlangt von der Landesregierung, den geplanten Kinderbildungspass nicht umzusetzen und das Geld in die Kitas zu investieren. „Grüne und CDU haben offenbar nicht gemerkt, dass die Kitas in unserem Land immer weniger in der Lage sind, die erforderliche Qualität sicherzustellen. Freie Stellen können nicht besetzt werden und es fehlen Fachkräfte, die in der Lage sind, den Orientierungsplan umzusetzen. Wir brauchen eine bessere Bezahlung, eine bessere Fachkraft/Kind-Relation und eine verbindliche Leitungszeit für alle Kita-Leitungen“, sagte am Donnerstag (17.11.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg.

Den Kinderbildungspass nennt die GEW-Chefin „eine große Geldverschwendung“. Die Landesregierung will Eltern 75 Euro monatlich im letzten Kita-Jahr zur Verfügung stellen und dafür jährlich 84 Millionen Euro ausgeben. „Sinnvoller wäre es, Geld in die Hand zu nehmen und endlich den Orientierungsplan verbindlich einzuführen. Die vorhandenen Mittel sollten direkt den Kindern und Fachkräften zu Gute kommen“, sagte Moritz.

Für die Qualitätsentwicklung in Krippen und Kitas setzt sich die GEW für eine verbindliche Leitungszeit von 25 Prozent Leitungsfreistellung pro Kita-Gruppe ein. Für die Bemessung der Leitungszeit gibt es keine landesweiten Standards, 20 Prozent der Kita-Leitungen in Baden-Württemberg bekommen überhaupt keine zusätzlichen Stunden. Damit liegt der Südwesten im bundesweiten Vergleich auf dem 13. Platz.

Die GEW erwartet von der Landesregierung ein Umsteuern in der Finanz- und Bildungspolitik. „Wir geben im internationalen Vergleich viel zu wenig für unsere Kitas, Schulen und Hochschulen aus. Statt den Alltag in Kitas und Klassenzimmern endlich wahrzunehmen starren Grüne, CDU und insbesondere Ministerpräsident Winfried Kretschmann auf die Schuldenbremse. Ich halte es für unverantwortlich, dass er sich am Kooperationsverbot festklammert und die Mitfinanzierung des Bundes bei der Bildung ablehnt. Während unter einem CDU-Bundeskanzler Helmut Kohl Vermögen besteuert wurde, will das ein grüner Ministerpräsident verhindern, obwohl in Deutschland zwei Drittel des Nettovermögens den zehn Prozent Reichsten gehören. Ich spreche ihm und seiner Regierung den ernsthaften Willen ab, unser Land in der Qualität der Bildung auf einen Spitzenplatz zu bringen“, sagte Moritz.

Mit der Initiative „Bildung. Weiter denken!“ macht sich die GEW bundesweit für einen Kurswechsel in der Bildungspolitik und Bildungsfinanzierung stark. Die GEW ist die größte bildungspolitische Interessenvertretung in Baden-Württemberg und organisiert Beschäftigte aller Bildungseinrichtungen.

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