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Mehrere tausend Unterrichtsstunden fallen aus

14.02.2017 - GEW-Pressemitteilung

GEW: Kretschmann und Strobl in der Pflicht

Stuttgart – Am landesweiten Warnstreik haben sich heute (14.02.) insgesamt über 4.000 Landesbeschäftigte beteiligt, darunter deutlich über tausend tarifbeschäftigte Lehrkräfte,  deren Streik einen Unterrichtsausfall von mehreren tausend Unterrichtsstunden verursacht hat. Sie haben damit ein klares Zeichen gegen die Blockadehaltung der Arbeitgeber in den ersten beiden Verhandlungsrunde gesetzt. Auf der Kundgebung in Stuttgart nahm die GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz die grün-schwarze Landesregierung in die Pflicht: „Ich erwarte von Ministerpräsident Winfried Kretschmann und seinem Stellvertreter Thomas Strobl die Bereitschaft sich im Arbeitgeberlager für eine bessere Bezahlung stark zu machen. Ich erwarte auch, dass sie endlich etwas gegen das mittlerweile unkontrolliert wuchernde Befristungsunwesen an den Hochschulen und Schulen unternehmen. Sonntagsreden und Lobgesänge auf ihre Arbeit haben die Beschäftigten satt, sie möchten bare Münze und sichere Arbeitsplätze.“

In Baden-Württemberg haben zum heutigen Warnstreik auch verdi und die Gewerkschaft der Polizei aufgerufen. An den Kundgebungen in Stuttgart, Karlsruhe, Freiburg, Heidelberg und anderen Städten in Baden-Württemberg haben neben den streikenden Beschäftigten aus allen Bereichen des Landesdienstes auch viele verbeamtete Kolleg/innen teilgenommen. Gestreikt wurde auch an den acht Heimsonderschulen (SBBZ mit Internat) des Landes, dort haben vor allem Erzieher/innen die Arbeit niedergelegt. Auch GEW-Mitglieder an Hochschulen haben am Warnstreik teilgenommen. Die Tarifverhandlungen gehen am 16./17. Februar in die dritte und möglicherweise abschließende Runde.

In der laufenden Tarifrunde macht sich die GEW für eine Erhöhung der Einkommen um sechs Prozent stark. Neben einer allgemeinen Entgelterhöhung kämpft die GEW für die Einführung einer Entwicklungsstufe 6 für die mittleren und höheren Entgeltgruppen, wie es sie bereits im Tarifvertrag für die Beschäftigten beim Bund und den Kommunen gibt. Ziel ist auch, die Zahl der Befristungen im öffentlichen Dienst einzudämmen. Besonders betroffen hiervon ist neben der Wissenschaft auch das Schulwesen. Alleine in Baden-Württemberg ist jede/r vierte angestellte Lehrer/in nur befristet beschäftigt. Bundesweit sind von der Tarifrunde 700.000 Arbeitnehmer/innen betroffen, darunter 200.000 angestellte Lehrkräfte. In Baden-Württemberg sind zehn Prozent der rund 120.000 Lehrer/innen Angestellte. Außerdem arbeiten im Landesdienst knapp 800 Pädagogische Assistent/innen an Schulen, Hunderte von Erzieher/innen an Heimsonderschulen und mehrere zehntausend Tarifbeschäftigte an Hochschulen.

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