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CoronavirusNeue Regeln für die Notbetreuung sind ein Risiko

Das Kultusministerium hat die Notbetreuung in Kitas und Schulen ausgeweitet. Die GEW kritisiert die neuen Regeln. Vor allem Gruppen in der Kita und der Grundschule müssten deutlich kleiner sein, findet Landesvorsitzende Doro Moritz.

20.04.2020 - GEW-Pressemitteilung

Die Bildungsgewerkschaft GEW hält die geplanten Gruppen für die Notbetreuung in Kitas und Grundschulen für zu groß. Sie setzt sich für deutlich kleinere Gruppen und mehr Fachkräfte pro Gruppe ein.

„Die jetzt geplanten Regelungen sind ein Risiko für die Kinder und die pädagogischen Fachkräfte. Wie soll eine Grundschullehrerin alleine mit 14 Erstklässlern darauf achten, dass der 1,5-Meter-Abstand gewahrt bleibt, wie sollen Erzieherinnen mit 14 Vierjährigen in der Notbetreuung die Gänge auf die Toilette organisieren? Fachkräfte werden zu Polizisten gemacht. Wir brauchen deutlich kleinere Gruppen und eine Personalausstattung, die deutlich höher als im regulären Betrieb ist“, sagte Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg, in Stuttgart.

In der Notbetreuung sollen ab 27. April bis zu 14 Grundschulkinder pro Klasse und in Kitas Kinder bis zur Hälfte der genehmigten Gruppengröße aufgenommen werden.

Die GEW kritisiert auch, dass die Träger der Einrichtungen in der erweiterten Notbetreuung vom Mindestpersonalschlüssel abweichen können. „Man kann nicht wochenlang Spielplätze sperren und Familien bitten, mit ihren Kindern zuhause zu bleiben, wenn es demnächst in der Notbetreuung sicher nicht gelingen wird, den notwendigen Gesundheitsschutz zu gewährleisten. Wer will, dass die Wirtschaft wieder brummt und dafür Betreuungsplätze braucht, muss auch dafür sorgen, dass dies nicht zu Lasten der Kinder, ihrer Erzieherinnen und Lehrkräfte geht“, sagte Moritz.