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Digitalpakt für SchulenPädagogische Konzepte für Digitalisierung erarbeiten

Die GEW appelliert an die Landesregierung und die Schulträger, bei der Digitalisierung nicht nur auf Gelder aus Berlin zu warten. Baden-Württemberg befinde sich in der Kreidezeit und müsse jetzt schnell handeln, sagte Landesvorsitzende Doro Moritz.

05.05.2019 - GEW-Pressemitteilung

Die Bildungsgewerkschaft GEW setzt sich für einen „BW-Digitalpakt“ für alle 4.500 Schulen im Land ein. Die Landesvorsitzende Doro Moritz appellierte auf einer Tagung am Wochenende an die Landesregierung und die Schulträger, nicht nur auf Gelder aus Berlin zu warten.

„Unsere am 29. April veröffentlichte Umfrage zur Situation an den Schulen in Baden-Württemberg zeigt, dass alle Beteiligten schnell handeln müssen. Wir befinden uns in den meisten Klassenzimmern in Baden-Württemberg in der Kreidezeit. Etwa die Hälfte der Lehrkräfte hat fast keine Erfahrungen mit dem Einsatz moderner Medien. An vielen Standorten scheitert dies bereits an der fehlenden oder schwachen Internetverbindung“, sagte Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg, in Stuttgart.

Die hohe Zahl von 5.700 Rückmeldungen von Lehrkräften aller Schularten in der GEW-Umfrage zeigt, dass von Digitalisierung in den meisten Schulen noch nicht viel zu spüren ist. Drei Viertel der Grundschullehrkräfte haben keine Erfahrung mit digitalen Medien. Über alle Schularten haben 47 Prozent noch nie mit Tablets oder Smartphones und  58 Prozent noch nie mit interaktiven Tafeln gearbeitet. 56 Prozent haben noch nie Lernplattformen genutzt. „Der Digitalpakt ist nur ein kleiner Schritt. Hier müssen Schulträger und Landesregierung deutlich mehr investieren, es mangelt auch hier an der Infrastruktur und an guten Fortbildungsangeboten“, so Moritz.

Schulen fehlt technische Ausstattung

Die GEW-Chefin nennt es „beschämend für das Spitzentechnologieland Baden-Württemberg, wie die Schulen in unserem Land ausgestattet sind. Der Informatikunterricht wird nur schrittweise eingeführt, Lehrerfortbildungsmittel wurden noch 2017 gekürzt und an vielen Schulen fehlt die technische Ausstattung, um überhaupt mit Tablets oder anderen Geräten arbeiten zu können. Wir befinden uns in der Kreidezeit, brauchen Zeit und Fortbildungen, um sinnvolle pädagogische Konzepte für die Digitalisierung zu erarbeiten“, sagte die Landesvorsitzende.

Über die meiste Erfahrung mit Digitalisierung verfügen die SBBZ (Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren), die Gemeinschaftsschulen und die beruflichen Schulen. Unter den Befragten, die bereits Erfahrung gesammelt haben, ergibt sich ein gemischtes Bild. Interaktive Tafeln und Smartphones oder Tablets werden von der Hälfte gut bis sehr gut beurteilt. Bei den Lernplattformen scheint die Wirkung noch offen zu sein: Über 50 Prozent verhalten sich hier neutral. Diese Ergebnisse machen laut GEW deutlich, dass die digitale Praxis äußerst heterogen ist und es einen hohen Bedarf an Unterstützung und Fortbildungen gibt.

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