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Pakt für gute Bildung: Ein Schritt vor, einer zurück

26.07.2018 - GEW-Pressemitteilung

Die GEW begrüßt, dass mit dem „Pakt für gute Bildung und Betreuung“ zusätzliche 80 Millionen Euro für die Frühkindliche Bildung investiert werden sollen. Mit größeren Gruppen gibt es jedoch keine bessere Qualität.

Die Bildungsgewerkschaft GEW begrüßt den „Pakt für gute Bildung und Betreuung“ als wichtiges Signal und als „Hausaufgabe für die Landespolitik, die Kommunen und die Kita-Träger in Baden-Württemberg“.

„Seit über einem Jahrzehnt gibt es den Orientierungsplan für Kindertageseinrichtungen. Bis heute konnte er nicht verbindlich umgesetzt werden, weil das Geld für die Umsetzung der Qualitätsstandards fehlt. Die Gründung des Forums frühkindliche Bildung ist ein richtiger Schritt, dem weitere Taten folgen müssen. Dass die kommunalen Spitzenverbände allerdings die Gruppengrößen weiter vergrößern wollen, ist beschämend für das wohlhabende Baden-Württemberg und ein Schritt zurück. Wir brauchen eine bessere Bezahlung, eine bessere Fachkraft-/Kind-Relation und eine verbindliche Leitungszeit für alle Kita-Leitungen“, sagte Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Baden-Württemberg (GEW), in Stuttgart.

Die GEW lobt, dass der unnötige Kinderbildungspass vom Tisch ist und zusätzliche 80 Millionen Euro für die Frühkindliche Bildung investiert werden sollen. Das neue „Forum frühkindliche Bildung“ müsse sich an den wissenschaftlichen Studien aus der Frühpädagogik orientieren und die Evaluation des Orientierungsplans begleiten. Positiv seien auch die zusätzlichen Mittel für Sprachförderung und Inklusion.

„Jetzt ist auch der Zeitpunkt, um das Nebeneinander von unterschiedlichen Programmen zur Sprachförderung zu beenden. Bildung und Förderung der Sprache muss im Alltag jeder Kita integriert sein“, so die GEW-Chefin.

Erhöhung der Gruppengröße ist kontraproduktiv

Ganz oben auf die Liste der Maßnahmen setzt die Bildungsgewerkschaft die Gewinnung von Fachkräften. Nach Ansicht der GEW sollten dabei nicht nur die Ausbildungskapazitäten für die Praxisintegrierte Ausbildung erhöht werden, sondern auch mehr Studienplätze in der Frühpädagogik angeboten werden.

„Die Kita-Träger werden aber nur genügend Beschäftigte finden, wenn sie bessere Arbeitsbedingungen bieten. Auch deshalb wäre eine Erhöhung der Gruppengröße um zwei bis drei Kinder kontraproduktiv. Die Fachkräfte sind schon jetzt am Belastungslimit“, sagte Moritz.

Für die Qualitätsentwicklung in Krippen und Kitas setzt sich die GEW für eine verbindliche Leitungszeit von 25 Prozent Leitungsfreistellung pro Kita-Gruppe ein. Für die Bemessung der Leitungszeit gibt es keine landesweiten Standards, 20 Prozent der Kita-Leitungen in Baden-Württemberg bekommen überhaupt keine zusätzlichen Stunden. Damit liegt der Südwesten im bundesweiten Vergleich auf dem 13. Platz.

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