GEW Baden-Württemberg
Sie sind hier:

Realschulen stärken

GEW: Wichtiges Signal für 230.000 Realschüler/innen

16.07.2015

Stuttgart – Die Bildungsgewerkschaft GEW begrüßt den Gesetzentwurf zur Weiterentwicklung der Realschulen. „Es ist gut, dass endlich ein Konzept zur Stärkung und Weiterentwicklung der Realschulen auf den Weg gebracht wird.

Damit wird dazu beigetragen, dass wir eine große Gruppe von Schülerinnen und Schülern nicht zu Verlierern unseres Bildungssystems machen.

Weil sich Eltern immer mehr für die Realschule und gegen die Haupt- und Werkrealschule entscheiden, wechseln verstärkt schwächere Schülerinnen und Schüler auf die Realschule. Darauf braucht es Antworten. Dazu gehören zusätzliche Lehrerstellen und veränderte Lernkonzepte. Nur durch das Angebot des Hauptschulabschlusses kann auch das Niveau des Realschulabschlusses gehalten werden. Die 500 Stellen werden nicht reichen“, sagte Doro Moritz, Landesvorsitzende GEW Baden-Württemberg am Dienstag (16.07.) in Stuttgart.

Die GEW hatte sich im vergangenen Jahr in Gesprächen mit der Arbeitsgemeinschaft der Realschulrektoren und Kultusminister Andreas Stoch dafür stark gemacht, dass die Realschulen zusätzliche Mittel für den Umgang mit der großen Heterogenität erhalten. Zur Weiterentwicklung gehört unter anderem, dass die Klassen 5 und 6 als Orientierungsstufe gestaltet werden, zeitweise in Kernfächern temporäre leistungsdifferenzierte Kurse eingerichtet werden und auch der Hauptschulabschluss in der Schule erworben werden kann.

„Derzeit haben beim Wechsel an die Realschule 18,4 Prozent der Schüler eine Gymnasialempfehlung und 24,3 Prozent eine Empfehlung für die Haupt-/Werkrealschule. Für den Umgang mit dieser Heterogenität brauchen wir die versprochenen zusätzlichen Poolstunden sowie Unterstützung bei der Schul-, Unterrichts- und Teamentwicklung. Schülerinnen und Schüler zu unterschiedlichen Bildungsabschlüssen zu führen ist eine pädagogische Herausforderung“, sagte Moritz.

Die GEW organisiert die meisten Lehrer/innen an den Realschulen im Südwesten. Derzeit werden etwa 230.000 Schüler/innen an 429 öffentlichen Realschulen von 13.500 Lehrkräften unterrichtet.

Zurück