GEW Baden-Württemberg
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Realschulen stärken – Fachlehrer/innen besser bezahlen

GEW: Wichtiges Signal für 230.000 Realschüler/innen

07.07.2015

Stuttgart – Die Bildungsgewerkschaft GEW begrüßt die Gesetzesvorhaben zur Weiterentwicklung der Realschulen und zur Neugestaltung der Fachlehrerausbildung.

„Es ist gut, dass die Landesregierung das von Kultusminister Andreas Stoch unter Beteiligung der GEW und der Schulleitungen entwickelte Konzept zur Stärkung und Weiterentwicklung der Realschulen dem Landtag vorlegt. Auch die Reform der Ausbildung von Technischen und Fachlehrkräften ist ein wichtiger Schritt und wird die Schulen stärken“, sagte Doro Moritz, Landesvorsitzende GEW Baden-Württemberg am Dienstag (07.07.) in Stuttgart.

Die GEW setzt sich dafür ein, dass die Technischen und Fachlehrer/innen besser bezahlt werden und die gleiche Unterrichtsverpflichtung erhalten wie ihre Kolleginnen und Kollegen im Klassenzimmer. Für das Land Baden-Württemberg arbeiten etwa 7.000 Fachlehrer/innen in allen Schularten.

Nach der Absolvierung eines Vorbereitungsdienstes an einem der Pädagogischen Fachseminare erbringen sie als sogenannte nicht-wissenschaftliche Lehrkräfte weitgehend die gleiche Leistung wie ihre wissenschaftlichen Kolleg/innen.

Sie werden jedoch bis zu vier Gehaltsstufen schlechter bezahlt als diese und haben eine höhere Unterrichtsverpflichtung. Während ein Sonderschullehrer 26 Stunden unterrichten muss und dafür nach A13 besoldet wird, müssen Fachlehrer/innen an Sonderschulen 31 Unterrichtsstunden ableisten und erhalten dafür A9. Wegen ihrer höheren Unterrichtsverpflichtung sind die Fachlehrer/innen oft Klassenlehrer/innen.

Die GEW hatte sich im vergangenen Jahr in Gesprächen mit der Arbeitsgemeinschaft der Realschulrektoren und Kultusminister Andreas Stoch dafür stark gemacht, dass die Realschulen zusätzliche Mittel für den Umgang mit der großen Heterogenität erhalten. Zur Weiterentwicklung gehört unter anderem, dass die Klassen 5 und 6 als Orientierungsstufe gestaltet werden, zeitweise in Kernfächern temporäre leistungsdifferenzierte Kurse eingerichtet werden und auch der Hauptschulabschluss in der Schule erworben werden kann.

 

500 Stellen werden nicht reichen

„Damit wird dazu beigetragen, dass wir schwächere Schülerinnen und Schüler nicht zu Verlierern unseres Bildungssystems machen. Je mehr Haupt- und Werkrealschulen schließen müssen, desto mehr schwächere Schülerinnen und Schüler wechseln an die Realschulen. Darauf braucht es Antworten. Dazu gehören zusätzliche Lehrerstellen und veränderte Lernkonzepte. Die 500 Stellen werden nicht reichen“, sagte Moritz.

„Derzeit haben beim Wechsel an die Realschule 18,4 Prozent der Schüler eine Gymnasialempfehlung und 24,3 Prozent eine Empfehlung für die Haupt-/Werkrealschule. Für den Umgang mit dieser Heterogenität brauchen wir die versprochenen zusätzlichen Poolstunden sowie Unterstützung bei der Schul-, Unterrichts- und Teamentwicklung. Schülerinnen und Schüler zu unterschiedlichen Bildungsabschlüssen zu führen ist eine pädagogische Herausforderung“, sagte Moritz.

Die GEW organisiert die meisten Lehrer/innen an den Realschulen im Südwesten. Derzeit werden etwa 230.000 Schüler/innen an 429 öffentlichen Realschulen von 13.500 Lehrkräften unterrichtet.

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