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Rechnungshof-Gutachten: GEW befürchtet höhere Arbeitsbelastung für Lehrkräfte

15.06.2018 - GEW-Pressemitteilung

Die GEW hat das Gutachten des Rechnungshofs zur Ressourcensteuerung im Schulbereich scharf kritisiert. Ressourcensteuerung müsse Qualitätssicherung zum Ziel haben, so GEW-Landeschefin Doro Moritz.

Die GEW kritisiert das Gutachten des Rechnungshofs zur Ressourcensteuerung im Schulbereich als realitätsfern. „Die Umsetzung der Empfehlungen würde die Qualität des Unterrichts beeinträchtigen und eine weitere Verschärfung der Arbeitsbelastung der Lehrkräfte bedeuten. Warum äußert sich der Rechnungshof beispielsweise nicht zum Einsatz von Assistenten zur Entlastung von Verwaltungsaufgaben? Auch eine bessere Förderung von Schülerinnen und Schülern und in der Folge weniger Sitzenbleiber wäre ein Beitrag zu zielgerichtetem Ressourceneinsatz“, sagte Doro Moritz, Landesvorsitzende der GEW Baden-Württemberg, in Stuttgart.

Kein Beitrag zur Qualitätsentwicklung an Schulen

Die GEW hält es für sehr irritierend, dass die Landesregierung das Gutachten beauftragt hat. Der Rechnungshof kommt nur zu quantitativen Ergebnissen, die die Qualitätsentwicklung außen vor lassen. „Ressourcensteuerung muss Qualitätssicherung und die Senkung der Arbeitsbelastung zum Erhalt der Attraktivität des Lehrerberufs zum Ziel haben. Die Vorschläge des Rechnungshofs sind kein Beitrag zur Qualitätsentwicklung von Schule und Unterricht. Es geht offensichtlich nur darum, die Unterrichtsversorgung schönzurechnen. Sie beinhalten durch neue Rechenmodelle ein weiteres Ausmosten der Lehrkräfte. Es ist abenteuerlich, dass sich der Rechnungshof erlaubt, den Einfluss des Versorgungsgrads mit Lehrkräften auf den Bildungserfolg zu verneinen“, betonte die GEW-Chefin.

Nur Umverteilung des Mangels

Aus der Sicht der GEW ist es naiv und nur eine Umverteilung des Mangels, wenn Grüne und CDU Abordnungen von Lehrkräften beenden wollen, um damit ihren hausgemachten Lehrermangel zu beheben. Lehrkräfte werden abgeordnet, um zum Beispiel Prüfungsordnungen zu erstellen, Referendare auszubilden, Lehrerfortbildungen zu organisieren, in Zeugnisanerkennungsstellen dafür zu sorgen, dass der Fachkräftemangel durch die Anerkennung von Abschlüssen aus anderen Ländern nicht zu groß wird, Schulen zu beraten oder Bildungspläne zu konzipieren. „Wer sollte diese Aufgaben übernehmen? Dafür brauchen wir pädagogische Profis“, so Moritz.

Die GEW lehnt Schulschließungen aus Spargründen ab. Sie betont, dass die pädagogische Qualität und bei Grundschulen die Wohnortnähe Vorrang haben müssen. „Die Schließung kleiner Grundschulen führt zu größeren Klassen und verschlechtert die jetzt schon mangelhaften Fördermöglichkeiten an Grundschulen noch mehr“, kritisiert Doro Moritz.

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