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GEW-Arbeitnehmer/innen-Tag 2019Rückstand von angestellten zu verbeamteten Lehrkräften aufholen

Mit der Übertragung des Tarifergebnisses auf die verbeamteten Lehrerinnen und Lehrer hat sich der Abstand zu den tarifbeschäftigten vergrößert. Die GEW will die Zweiklassengesellschaft an Schulen abschaffen und fordert eine Zulage.

05.04.2019 - GEW-Pressemitteilung

„Immer noch verdienen angestellte Lehrkräfte bis zu 900 Euro weniger als ihre verbeamteten Kolleginnen und Kollegen. Grün-Schwarz muss endlich die Möglichkeiten des Tarifvertrags nutzen und den Beschäftigten Zulagen zahlen. Die Landesregierung darf nicht weiter eine Zweiklassengesellschaft in den Lehrerzimmern zulassen“, sagte Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg, in Stuttgart.

Zu einer landesweiten GEW-Tagung unter dem Titel „Zeit für Gerechtigkeit“ sind heute rund 100 angestellte (tarifbeschäftigte) Lehrkräfte nach Stuttgart gekommen. Mit Abgeordneten von Grünen, CDU, SPD und FDP diskutierten sie Wege zur Verbesserungen der Bezahlung und der Arbeitsbedingungen an den Schulen. Neben einem besseren Einkommen forderten sie ein Ende der Befristungspraxis des Kultusministeriums. „Dass über ein Drittel der tarifbeschäftigten Lehrkräfte mit befristeten Verträgen abgespeist werden, ist ein Skandal. Wir brauchen endlich feste Verträge für alle“, sagte Moritz.

Auf dem Arbeitnehmer/innentag wurde nicht nur über Tarifpolitik diskutiert, sondern auch in Workshops über tarif- und sozialrechtliche Themen wie beispielsweise Rente, Eingruppierung, Qualifizierung und Befristung informiert.

Baden-Württemberg-Zulage für angestellte Lehrkräfte

In Baden-Württemberg sind zehn Prozent der rund 120.000 Lehrerinnen und Lehrer Angestellte. Sie verdienen im Nettovergleich deutlich weniger als ihre verbeamteten Kolleginnen und Kollegen. Hinzu kommt, dass jede vierte angestellte Lehrkraft nur befristet beschäftigt ist.

Der Gehaltsrückstand der tarifbeschäftigten zu den verbeamteten Lehrkräften hat sich durch die Art der Übertragung des Tarifergebnisses weiter vergrößert. Die Besoldung steigt bei allen Beamt/innen und Versorgungsempfänger/innen linear für alle zu den vereinbarten Prozentsätzen. Die Tarifsteigerung bei den Arbeitnehmer/innen steigen zwar im Durchschnitt identisch zur Besoldung, aber durch die Mindestbetragsregelung und die höhere Anhebung der Eingangsstufen liegt die Gehaltsteigerung in den höheren Gruppen, also bei praktisch allen tarifbeschäftigten Lehrkräften, niedriger als bei den verbeamteten Kolleg/innen. Rechnet man alle drei Erhöhungsschritte zusammen, wird das Gehalt bei verbeamteten um fast 0,4 Prozent mehr angehoben als bei den tarifbeschäftigten Lehrkräften.

Schon nach der letzten Tarifrunde haben die verbeamteten Kolleg/innen einen Baden-Württemberg-Bonus in Höhe von 0,325 Prozent erhalten, den die tarifbeschäftigten Kolleg/innen nicht bekommen haben. Nur über Zulagen und eine bessere Anerkennung von Berufserfahrung kann der große Rückstand der Tarifbeschäftigten ausgeglichen werden.

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