GEW Baden-Württemberg
Du bist hier:

VorgriffsstundenSächsisches Mehrarbeitsmodell in Baden-Württemberg einführen

Die GEW bewertet das Vorgriffsstundenmodell als untauglich und schlägt unter anderem vor, ein Modell aus Sachsen in Baden-Württemberg zu übernehmen.

28.01.2020 - GEW-Pressemitteilung

„Das Kultusministerium will mit dem Vorgriffstundenmodell erreichen, dass landesweit 80 Vollzeitstellen zusätzliche Unterrichtsstunden geleistet werden. Dies kann man versuchen, es ist aber Tropfen auf den heißen Stein. Bereits jetzt gibt es im so genannten Regelstundenmaßausgleich die Möglichkeit, dass Lehrkräfte freiwillig mehr arbeiten. Es hilft insgesamt wenig, wenn einige Lehrerinnen und Lehrer länger im Klassenzimmer stehen. Warum greift die Landesregierung nicht einige Vorschläge aus dem GEW-Maßnahmenkatalog zur Lehrergewinnung auf und erhöht zum Beispiel die Altersermäßigung. Das Gespräch mit der Interessenvertretung wäre dafür hilfreich. Wenn Mehrarbeit attraktiv werden soll, lohnt sich der Blick nach Sachsen“, sagte am Dienstag (28.01.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende GEW.

In Sachsen wird Mehrarbeit von Lehrkräften grundsätzlich ab der ersten Stunde mit einem Zuschlag von 25 Prozent bewertet. Das heißt, bei der Rückgabe der zusätzlich geleisteten Arbeit erhalten die Lehrerinnen und Lehrer für eine Deputatsstunde 1,25 Stunden, die sie dann im Rückgabezeitraum weniger unterrichten müssen. „Wenn die Landesregierung es ernst meint mit Maßnahmen gegen den Lehrermangel, muss sie mutiger sein und mehr investieren als bisher“, sagte Moritz.

Die GEW hat dem Kultusministerium bereits vor über einem Jahr in einem 12-Punkte-Programm wirksame Maßnahmen gegen den Lehrermangel vorgeschlagen und setzt sich für einen weiteren Ausbau der Studienplätze ein. Zum GEW-12-Punkte-Programm zur Gewinnung von Lehrkräften gehört eine Erhöhung der Altersermäßigung mindestens ab dem Alter von 63 Jahren. Dadurch soll erreicht werden, dass mehr Lehrkräfte bis zur gesetzlichen Altersgrenze im Dienst bleiben. Derzeit arbeiten nur 26 Prozent bis zur gesetzlichen Altersgrenze. Die Erhöhung dieses Prozentsatzes schafft nicht nur zusätzliches Unterrichtsvolumen, sondern trägt sogar zur Senkung der Versorgungsausgaben bei.

Zurück