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UnterrichtsausfallSchulen müssen tausende Kinder und Jugendliche früher nach Hause schicken

Die GEW ist verwundert, dass die Landesregierung innerhalb weniger Wochen eine Vertretungsreserve für Lokführer schaffen kann, die Schulen im Land jedoch seit sechs Jahren auf den dringend nötigen Ausbau der Lehrerreserve warten müssen.

09.07.2019 - GEW-Pressemitteilung

„Warum ist die Landesregierung innerhalb weniger Wochen in der Lage, eine Vertretungsreserve für Lokführer zu schaffen, während die Schulen seit sechs Jahren auf den dringend nötigen Ausbau der Vertretungsreserve warten. Jeden Tag werden tausende Schülerinnen und Schüler wegen Unterrichtsausfall früher nach Hause geschickt. Wenn die Regierung Kretschmann es schafft, bis zum 1. Oktober die Lokführer-Vertretungsreserve an den Start zu bringen, erwarten wir zum Schuljahresbeginn am 14. September auch eine Aufstockung an den Schulen. Es sind genug ausgebildete Gymnasiallehrkräfte auf dem Arbeitsmarkt, die sofort eingestellt werden können“, sagte Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg, in Stuttgart.

In der ständigen Lehrerreserve sind 1.666 Stellen, gleichzeitig gibt es pro Schuljahr wohl 6.000 bis 7.000 Lehrkräfte, die längere Zeit ausfallen, die meisten aufgrund von Mutterschutz und Elternzeit. Grüne und SPD hatten sich 2011 auf einen Ausbauplan geeinigt und wollten jährlich die Lehrerreserve um 200 Stellen ausbauen. Der Ausbauplan wurde nach zwei Jahren wieder eingestellt, obwohl die Zahl der Ausfälle weiter steigt. „Was spricht dagegen, diesen Ausbauplan sofort wieder aufzunehmen? Seitdem ist die Zahl der jungen Lehrkräfte, die Kinder bekommen, weiter gewachsen und die Zahl der Ausfälle steigt kontinuierlich. Wir wollen Vorfahrt für die Bahn und für die Kinder und Jugendlichen“, sagte Moritz.

Die Bildungsgewerkschaft weist darauf hin, dass die Stichprobe zum Unterrichtsausfall nur die „Spitze des Eisbergs“ ist. „Wir haben zum Beispiel die verlässliche Grundschule. In der Statistik stehen 1,4 Prozent Ausfall für die Klassen 1 bis 4, aber in der Realität werden Klassen zusammengelegt und regulärer Unterricht kann nicht stattfinden. Es wird auch nicht erfasst, wenn Schulen bereits zu Beginn des Schuljahres Pflichtunterricht kürzen oder für die gestiegenen Herausforderungen und Aufgaben zu wenige Lehrkräfte in den Klassenzimmern stehen“, so die GEW-Landeschefin.

In Schularten, in denen kein Lehrermangel herrscht, könnte die Vertretungsreserve sofort ausgebaut werden. Mit den Gymnasien sollte begonnen werden, im September 2018 haben 2.000 Gymnasiallehrkräfte keine Stelle bekommen. Dieses Jahr werden wieder viele Bewerber nicht eingestellt werden. „Wie kann die Landesregierung bei 6,5 Prozent Unterrichtsausfall an Gymnasien hier tatenlos zusehen? Auch die befristet Beschäftigten würden länger bei der Stange bleiben, wenn ihre Verträge entfristet werden. Die Erhebungen zum Unterrichtsausfall kann sich die Kultusministerin auch sparen, wenn die Schulen bereits zum Beginn des Schuljahres mangelhaft ausgestattet werden und die erhobenen Zahlen folgenlos bleiben“, sagte Moritz.

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