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Schulleitungen: Unterrichtsausfall wird steigen

15.03.2017 - GEW-Pressemitteilung

GEW: Schulleitungen brauchen mehr Zeit für Qualitätsentwicklung

Stuttgart – Auf der landesweiten GEW-Schulleitungstagung im Stuttgarter DGB-Haus wurde heute (15.03.) deutlich, dass sich Schüler/innen und Eltern auf mehr Unterrichtsausfall einstellen müssen.

„Unsere Unterrichtsversorgung ist auf Kante genäht“, bestätigte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) vor rund 250 Schulleitungsmitgliedern aus allen Schularten aus ganz Baden-Württemberg. Diese berichteten von vielen Schulen, in denen bereits jetzt viele ausfallende Stunden nicht vertreten werden können. Durch hohe Pensionierungszahlen und zu geringe Ausbildungskapazitäten werden wohl in den nächsten Jahren freie Stellen nicht besetzt werden können.

„Ich verstehe nicht, warum die Landesregierung nicht endlich die Ausbildungskapazitäten erhöht und weiter die jungen Menschen durch Stellenstreichungen und die Absenkung der Eingangsbesoldung davon abhält, einen pädagogischen Beruf zu wählen. Unsere Schulen sind so schlecht ausgestattet, dass Reformen wie die Inklusion kein Gewinn für die Schülerinnen und Schüler sind und Lehrkräfte trotz großer Anstrengungen nicht erfolgreich sein können“, sagte am Mittwoch (15.03.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Die GEW setzt sich für eine bessere Ausstattung der Schulleitungen ein. „Wir haben immer noch das Problem, dass vor allem die Schulleitungen an den vielen kleinen Schulen behandelt werden, als sei Schulleitung ein Nebenjob. Die Chefinnen und Chefs an der Schule brauchen mehr Zeit und bessere Qualifizierungsangebote“, sagte Moritz.

Die GEW erwartet vor allem klare Konzepte für die Inklusion, die Unterstützung der Grundschulen und zur Wiederbesetzung der freiwerdenden Lehrerstellen bis 2021. „Die Reformen werden nur gelingen, wenn mindestens alle Lehrerstellen erhalten bleiben, die fehlende Unterstützung für die Grundschulen steht im krassen Widerspruch zum Versprechen ‚Auf den Anfang kommt es an‘ und die Inklusion droht an die Wand zu fahren, wenn dafür nicht mehr Unterstützung kommt“, sagte Moritz.

Die GEW-Chefin machte sich auch vor dieser Situation dafür stark, den Tarifabschluss für Landesbeschäftigte wie zum Beispiel in Bayern ohne zeitliche Verschiebung auf die Beamten zu übertragen. Unabhängig davon müsse die Kürzung der Eingangsbesoldung für junge Lehrkräfte gestoppt werden. „Die Wirtschaft brummt. Warum sollte ein junger Mensch in den öffentlichen Dienst, wenn man dort für 100 Prozent Leistung nur 92 Prozent Gehalt bekommt“, sagte Moritz.

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