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Studiengebühren führen zu Rückgang von Studierenden aus aller Welt

05.12.2017 - GEW-Pressemitteilung

GEW: Landesregierung verkauft Internationalisierung für 7.732.500 Euro

Zumeldung LPK Internationale Studierende (5.12.17)

Stuttgart – Die grün-schwarze Landesregierung rechnete mit jährlichen Einnahmen von bis zu 41 Millionen Euro durch die Einführung der Studiengebühren für Nicht-EU-Ausländer/innen in Höhe von 1.500 Euro und für das Zweitstudium in Höhe von 650 Euro pro Semester. Tatsächlich geht die Rechnung jetzt schon nicht auf: So sind im ersten Semester (WS 2017/18; 5.155 Studierende aus dem Nicht-EU Ausland immatrikuliert) erst 7.732.500 Euro eingegangen.

Je erhobener Gebühr für Nicht-EU-Ausländer/innen erhalten die Hochschulen einen Beitrag in Höhe von 300 Euro, den sie für die Betreuung und Förderung der Belange der internationalen Studierenden verwenden sollen. „Diese Einnahmen verschaffen den Hochschulen keinen Qualitätsvorsprung bei der Internationalisierung, sie sind über einen langen Zeitraum nicht valide planbar. Es können daher immer nur befristete Stellen geschaffen werden. Eine nachhaltige Verbesserung der Studienbedingungen für internationale Studierende ist mit diesen Mitteln nicht möglich,“ so Doro Moritz, Landesvorsitzende der GEW Baden-Württemberg am Dienstag (5.12.17) in Eisenach. „Die Gebühren führen nur dazu, dass die Zahl an internationalen Studierenden um rund 21,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, als es noch keine Gebühren gab, zurückgegangen sind,“ ergänzte Moritz.

Die Bildungsgewerkschaft GEW stellt sich in aller Deutlichkeit gegen jede Form von Studiengebühren und begrüßt und unterstützt, dass betroffene Studierende Klage gegen diese erheben. „Wir stehen für Bildungsgerechtigkeit – und zwar für alle Studierenden unabhängig ihrer Herkunft und sozialen Situation,“ sagte Moritz.

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