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SchuleTrotz voller Kassen: Land weigert sich, in Bildung zu investieren

Verschobene Beförderungen, Unterrichtsausfall und immer noch kein Konzept zur Stärkung der Schulleitungen: Die GEW benennt die bildungspolitischen Versäumnisse der grün-schwarzen Landesregierung – und zeigt, wo investiert werden muss.

04.04.2019 - GEW-Pressemitteilung

Die Bildungsgewerkschaft GEW wirft der grün-schwarzen Landesregierung einen „armseligen Umgang mit dem eigenen Personal“ vor.

„Hauptschullehrkräfte werden nach ihrer aufwändigen Qualifizierung nicht befördert, auf das versprochene Konzept zur Stärkung von Schulleitungen warten wir seit über einem Jahr und Eltern müssen wegen Unterrichtsausfall vor Gericht ziehen. In drei Jahren grün-schwarzer Bildungspolitik wurde viel angekündigt und wenig umgesetzt. Kein Wunder, dass das Interesse am Lehrerberuf abnimmt. Es ist Zeit für mehr Zeit für die Arbeit an den Schulen“, sagte Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg, in Stuttgart.

Von der Verschiebung der Beförderung sind etwa 500 Hauptschullehrkräfte betroffen. Pro Person entstehen bei der Beförderung etwa zusätzliche Kosten von 8.500 Euro im Jahr. Das Kultusministerium wird die Stellen jetzt erneut beantragen. Die GEW will erreichen, dass die Landesregierung die rund 500 Lehrkräfte spätestens im Januar 2020 ernennt. Die Bildungsgewerkschaft erwartet außerdem, dass es für alle künftigen HoLa-Absolventinnen und -Absolventen keine Verzögerungen bei der Ernennung gibt.

Steuereinnahmen sprudeln

Die Bildungsgewerkschaft GEW macht sich für einen schnellen Ausbau der Lehrerreserve in Baden-Württemberg stark. „Es ist ein Armutszeugnis für die Regierung Kretschmann, wenn bei sprudelnden Steuereinnahmen Eltern bald das Recht auf Unterricht für ihre Kinder einklagen müssen. Ein Blick auf die Zahlen zeigt sofort, dass die Lehrerreserve ausgebaut werden muss. In Schularten, in denen kein Lehrermangel herrscht, könnte die Vertretungsreserve sofort ausgebaut werden. Mit den Gymnasien sollte begonnen werden, im September 2018 haben 2.000 Gymnasiallehrkräfte keine Stelle bekommen“, so Moritz.

Die Schulen in Baden-Württemberg warten seit über einem Jahr auf das mehrfach von Kultusministerin Susanne Eisenmann angekündigte Konzept zur Stärkung der Schulleitungen. Die GEW setzt sich dafür ein, dass neben der besseren Bezahlung mit mindestens Besoldungsgruppe A 13 die Leitungszeit sofort erhöht wird. „In welchen Unternehmen würde jemand eine Leitungsfunktion für nur 174,71 Euro brutto im Monat übernehmen? Genau das erwartet die Landesregierung von den Schulleitungen kleiner Schulen. Das ist ein inakzeptabler Umgang mit Führungskräften, den angesichts voller Kassen niemand versteht. So wie die Landesregierung in der Bildungspolitik arbeitet, könnte keine Schulleitung ihren Job machen“, sagte die GEW-Landesvorsitzende.

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