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Landesweite GEW-SchulleitungstagungUnmut bei Chefinnen und Chefs ist groß

Die Schulen in Baden-Württemberg warten seit über einem Jahr auf das Konzept zur Stärkung der Schulleitungen. Die GEW setzt sich dafür ein, dass neben der besseren Bezahlung mit mindestens Besoldungsgruppe A 13 die Leitungszeit sofort erhöht wird.

08.04.2019 - GEW-Pressemitteilung

Auf der landesweiten GEW-Schulleitungstagung im Stuttgarter DGB-Haus wurde heute deutlich, dass die Schulleitungen sich von der Regierung Kretschmann im Stich gelassen fühlen.

„Grüne und CDU streiten seit Monaten über die Umsetzung des Konzeptes zur Stärkung der Schulleitungen. Der Unmut bei den Chefinnen und Chefs in Schulen ist groß, dass es nicht gelingt, sich auf ein Konzept zur Stärkung der Schulleitungen zu verständigen. So wie die Landesregierung in der Bildungspolitik arbeitet, könnte keine Schulleitung ihren Job machen“, sagte Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg, vor 150 Schulleitungen aller Schularten.

Die Schulen in Baden-Württemberg warten seit über einem Jahr auf das mehrfach angekündigte Konzept zur Stärkung der Schulleitungen. Die Bildungsgewerkschaft setzt sich dafür ein, dass neben der besseren Bezahlung mit mindestens Besoldungsgruppe A 13 die Leitungszeit sofort erhöht wird.

Land greift GEW-Vorschlag auf

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) ging unter anderem auf die im Februar vorgelegte Lehrerbedarfsprognose ein. Die Bildungspolitik der Landesregierung müsse sich daran messen lassen, ob es gelinge, die über 10.000 zusätzlichen Lehrerstellen zu schaffen. „Ich werde für mehr Investitionen im Bildungsbereich kämpfen“, sagte Eisenmann. Die Kultusministerin griff auch den Vorschlag der GEW auf, mehr Geld für zusätzliche Fortbildungen vor allem zum Thema Digitalisierung zu investieren und wies darauf hin, dass mehr Geld für außerunterrichtliche Veranstaltungen bereitgestellt wurde.

„Alle Klassenfahrten können wie geplant stattfinden“, erklärte Eisenmann. Die GEW hatte vor Gericht erreicht, dass Lehrkräfte nicht mehr wie bisher einen Teil ihrer Reisekosten selbst bezahlen müssen.

Die GEW-Chefin kritisiert, dass jetzt auch versucht werde, die Schließung kleiner Grundschulen durch eine schlechtere Bezahlung der Schulleitungen zu erzwingen. „Das ist eine ärmliche und mutlose Bildungspolitik, wieder einmal auf dem Rücken der Beschäftigten. Entweder es gilt der Grundsatz der wohnortnahen Schule oder Grüne und CDU müssten seriöse Konzepte zur Schulentwicklungsplanung sowie zur Schließung von Grundschulen vorlegen. In welchen Unternehmen würde jemand eine Leitungsfunktion für nur 174,71 Euro brutto im Monat übernehmen? Genau das erwartet die Landesregierung von den Schulleitungen kleiner Schulen. Das ist ein inakzeptabler Umgang mit Führungskräften, den angesichts voller Kassen niemand versteht.“, sagte Moritz.

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