GEW Baden-Württemberg
Du bist hier:

Landesdelegiertenversammlung im OktoberWechsel an GEW-Spitze steht bevor

GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz hört nach zwölf Jahren an der Spitze der Bildungsgewerkschaft auf und verabschiedet sich in den Ruhestand. Einzige Kandidatin für die Nachfolge ist bisher die Grund- und Hauptschullehrerin Monika Stein aus Freiburg.

22.07.2020 - GEW-Pressemitteilung

An der Spitze der größten bildungspolitischen Interessenvertretung in Baden-Württemberg steht ein Wechsel bevor. Nach zwölf Jahren als Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) -tritt Doro Moritz bei der Landesdelegiertenversammlung im Oktober 2020 nicht mehr an. Einzige Kandidatin ist bisher die Grund- und Hauptschullehrerin Monika Stein aus Freiburg.

Die Bildungsgewerkschaft hat derzeit gut 50.000 Mitglieder in Baden-Württemberg. Der Landesverband ist der größte in Deutschland und verzeichnet seit 25 Jahren steigende Mitgliederzahlen in allen Bildungsbereichen. In der zwölfjährigen Amtszeit von Doro Moritz stiegen die Mitgliederzahlen von 44.000 auf gut 50.000.

Das langjährige GEW-Mitglied Monika Stein unterrichtet an einer Haupt- und Werkrealschule in Freiburg und ist Personalrätin im Schulamt Freiburg. Die 50-Jährige ist Vorsitzende der zweitgrößten Fraktion „Eine Stadt für alle. links. ökologisch. feministisch“ im Freiburger Gemeinderat. 2018 kandidierte sie als unabhängige Kandidatin zur Oberbürgermeisterin von Freiburg. „Zeit für gute Bildung ist das Motto für die GEW-Landesdelegiertenversammlung im Oktober. Wir brauchen Bildungseinrichtungen, in denen alle Kinder und Jugendlichen besser unterstützt werden und in denen Chancengleichheit und Inklusion keine Fremdwörter mehr sind. In wenigen Monaten sind Landtagswahlen. Die zukünftige Landesregierung steht vor der Herausforderung, mehr in Kitas, Schulen, Hochschulen und die Erwachsenenbildung zu investieren, denn gute Bildung kostet Geld“, sagte Monika Stein vor dem GEW-Landesvorstand am 11. Juli in Stuttgart.

Mit Stein kandidiert ein vierköpfiges Vorsitzenden-Team. Die bisherigen stellvertretenden Landesvorsitzenden Petra Kilian aus Stuttgart und Michael Futterer aus Heilbronn scheiden aus. Die vier Bewerber*innen für die Positionen als Stellvertretungen sind zwischen 34 und 52 Jahre alt und kommen aus vier verschiedenen Schularten.

„Die GEW ist eine junge Gewerkschaft. Wir haben in den vergangenen Jahren gezeigt, dass moderne Gewerkschaftspolitik auch für junge Menschen attraktiv ist. Ich freue mich, dass sich jetzt auch an der Spitze der GEW ein Generationenwechsel abzeichnet. Wir werden auch in Zukunft in Baden-Württemberg als starke Interessenvertretung Bildungspolitik gestalten und die Landesregierung mit kritischem Geist begleiten“, sagte GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz in Stuttgart. Moritz ist 2008 in Heilbronn zum ersten Mal gewählt worden. Sie geht zum 1. August 2020 in den gesetzlichen Ruhestand und tritt nicht mehr als Landesvorsitzende an. Die Grund- und Hauptschullehrerin aus Heimsheim bei Pforzheim war zwölf Jahre GEW-Vorsitzende. Ihr Vorgänger Rainer Dahlem aus Schwaigern bei Heilbronn amtierte 17 Jahre.

Kandidat*innen für den stellvertretenden Landesvorsitz

Die GEW Baden-Württemberg hat drei stellvertretende Landesvorsitzende. Ricarda Kaiser und Michael Hirn treten als Team an. Gewählt werden bei der Landesdelegiertenversammlung unter anderem auch die vier Bezirksvorsitzenden, ein*e Landesschatzmeister*in und die Leitungen von fünf Vorstandsbereichen.

Als stellvertretender Landesvorsitzender kandidiert Michael Hirn, Schulleiter eines Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums (SBBZ) in Stuttgart und geschäftsführender Schulleiter der SBBZ in der Landeshauptstadt. Der 52-jährige Sonderpädagoge ist bereits seit 1998 Mitglied im Geschäftsführenden Vorstand der GEW und seit 2014 Personalrat im Hauptpersonalrat (HPR) beim Kultusministerium. Er kandidiert zusammen mit Ricarda Kaiser für den stellvertretenden Landesvorsitz.

Ricarda Kaiser ist Grund- und Hauptschullehrerin aus Mannheim. Sie ist dort seit 14 Jahren im örtlichen Personalrat (ÖPR) und Vorsitzende der GEW Mannheim. In den letzten vier Jahren hat sie auf Landesebene für die GEW die Grundschulen vertreten. Die 44-Jährige ist ebenfalls Vorstandsmitglied im Hauptpersonalrat (HPR) Grund-, Haupt-, Werkreal-, Real- und Gemeinschaftsschulen sowie Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren (GHWRGS) beim Kultusministerium. Sie kandidiert zusammen mit Michael Hirn für den stellvertretenden Landesvorsitz.

Die Gymnasiallehrerin Farina Semler unterrichtet aktuell an einer Gemeinschaftsschule in Herrenberg. Die 43-Jährige ist Arbeitnehmer*innen-Vertreterin und stellvertretende Vorsitzende des Hauptpersonalrates (HPR) Gymnasien beim Kultusministerium. Sie ist GEW-Kreisvorsitzende in Böblingen, vertritt auf Landesebene die tarifbeschäftigten Lehrkräfte in der GEW und ist Mitglied der Bundestarifkommission.

David Warneck, 34 Jahre alt, ist Lehrer an einer Gemeinschaftsschule in Ostfildern. Während seines Studiums an der Pädagogischen Hochschule (PH) Freiburg ist er in die GEW eingetreten. Er ist Vorsitzender des GEW-Kreisverbands Esslingen-Nürtingen und Leiter des landesweiten Arbeitskreises Digitalisierung der GEW Baden-Württemberg. Darüber hinaus ist er Vorstandsmitglied des Hauptpersonalrats (HPR) GHWRGS beim Kultusministerium.

Die Landesdelegiertenversammlung (LDV) der GEW Baden-Württemberg findet alle vier Jahr statt und ist aufgrund der Corona-Pandemie von Juni 2020 auf den 22. bis 24. Oktober 2020 in den Glaspalast Sindelfingen verschoben worden. Erwartet werden 350 Delegierte und Gäste aus der Landespolitik. Die Wahl der neuen Vorsitzenden ist für den 23. Oktober 2020 geplant. Erwartet werden bei der LDV auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Kultusministerin Susanne Eisenmann.