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Kundgebung in HeidelbergTarifbeschäftigte fordern Ende der Arbeitgeberblockade

In Heidelberg haben rund 400 Gewerkschafter*innen für ihre Forderungen in der Tarifrunde der Länder demonstriert. Sie fordern unter anderem fünf Prozent mehr Gehalt, Befristungen einzudämmen und einen Tarifvertrag für studentische Beschäftigte.

25.11.2021 - GEW-Pressemitteilung

Am vierten Tag der Streikwoche haben mehr als 400 Landesbeschäftigte an der Kundgebung von ver.di und GEW in Heidelberg teilgenommen. Die GEW hat die Tarifbeschäftigten an den Schulen, Schulkindergärten und Hochschulen in den GEW-Kreisen Mannheim, Rhein-Neckar-Heidelberg und dem Neckar-Odenwald-Kreis zum Warnstreik aufgerufen. Auf der Kundgebung in Heidelberg wurde ein Ende der Blockadehaltung der Arbeitgeber bei den Verhandlungen am Wochenende gefordert. Wie schon in den vergangen Tagen kam es durch die Streiks an einigen Schulen zu Unterrichtsausfällen. In Ravensburg und Tübingen nahmen ebenfalls streikende GEW-Mitglieder an den ver.di Kundgebungen teil.

In Heidelberg sagte GEW-Mitglied Angelika Füllemann: „Ich bin angestellte Lehrerin an einer Schule in dieser Stadt. Seit fast zwei Jahren arbeiten auch wir Lehrkräfte wegen der Pandemiesituation am Limit und oftmals darüber hinaus. Genau wie die Kolleg*innen an den Hochschulen, im Gesundheitswesen, in den Verwaltungen, in den Theatern und Museen halten wir diese Gesellschaft am Laufen. Wir sind alle Leistungsträger*innen in unserem Land. Deshalb bin ich wie alle hier empört über das Verhalten der Arbeitgeber in dieser Tarifrunde. Gerade in der aktuellen Lage ist ein guter Abschluss notwendig. Fünf Prozent sind sinnvoll und fair, weil die Lohnpolitik der Krise nicht hinterhersparen darf und der öffentliche Dienst Vorbildcharakter hat. Die Arbeitgeber müssen aus ihrem Schneckenhaus heraus und endlich ernsthaft verhandeln.“

Klare Worte fand Angelika Füllemann auch gegen das Befristungsunwesen: „Es ist inakzeptabel, dass gerade der öffentliche Dienst Weltmeister der Befristung ist. In keiner anderen großen Branche gibt es so viele Fristverträge. Das betrifft ganz besonders Nachwuchswissenschaftler*innen, die wichtige Arbeit in Forschung und Lehre verrichten. Aber gerade in Baden-Württemberg auch die tarifbeschäftigten Lehrkräfte, von denen mittlerweile vier von zehn nur einen befristeten Vertrag haben. Alle diese Kolleg*innen üben Tätigkeiten aus, die dauerhaft benötigt werden und müssen sich dennoch von Fristvertrag zu Fristvertrag hangeln. Das muss beendet werden. Wir fordern wirksame Maßnahmen, um befristete Beschäftigung einzudämmen.“

Die Verhandlungen gehen am 27. und 28. November in die dritte und möglicherweise abschließende Runde. Die GEW hat in dieser Woche bereits am Montag (22. November) in Mittelbaden, am Dienstag (23. November) in Südwürttemberg und am Mittwoch (24. November) in Freiburg zu regionalen Streiks aufgerufen. Morgen (26. November) hat die GEW in Nordwürttemberg zu Warnstreiks aufgerufen. In Stuttgart wird es eine gemeinsame Kundgebung mit ver.di geben.