GEW Baden-Württemberg
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Tarifabschluss für Beschäftigte der Länder Tarifergebnis wirkt wie ein Halbzeitpfiff

Die Landesregierungen haben in der Tarifrunde TV-L 2021 gebremst und es versäumt, die Beschäftigten zu motivieren. Das Verhandlungsergebnis sei ein Kompromiss mit vielen Hausaufgaben für die Arbeitgeber, findet GEW-Landesvorsitzende Monika Stein.

29.11.2021 - GEW-Pressemitteilung

Die Bildungsgewerkschaft GEW nennt den Tarifabschluss für die Beschäftigten der Länder einen „Kompromiss mit vielen Hausaufgaben für die Arbeitgeber“.

„Der Tarifabschluss wirkt für die Beschäftigten wie der Pfiff eines Schiedsrichters zur Halbzeitpause. Es gibt Kompromisse, das gute Ergebnis in Form der Corona-Prämie und sehr viele Hausaufgaben für die Arbeitgeber. Die Landesregierungen haben bei den Verhandlungen nicht den Fuß von der Bremse genommen und die Chance verstreichen lassen, die Beschäftigten im öffentlichen Dienst für die schwierige kommende Zeit zu motivieren. Der Tarifabschluss wird den Fachkräftemangel verschärfen, denn der öffentliche Dienst verliert im Vergleich zur freien Wirtschaft weiter an Attraktivität“, sagte Monika Stein, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg, in Freiburg.

Die GEW-Landeschefin, die online über Videokonferenzen an den Verhandlungen in Potsdam beteiligt war, nennt den Abschluss „insgesamt ein verantwortungsbewusstes und respektables Ergebnis. Wegen Corona haben wir Gewerkschaften längere Auseinandersetzungen und eventuelle Streiks vermieden. Ich danke den GEW-Kolleg*innen für ihren Einsatz in dieser besonders schwierigen Tarifrunde. Von der Landesregierung erwarten wir jetzt, dass sie das Tarifergebnis zeit- und inhaltsgleich auf die Beamtinnen und Beamten überträgt.“

Kernpunkte des Tarifabschlusses:

  • Corona-Sonderzahlung in Höhe von 1.300 Euro bis März 2022, steuer- und sozialabgabenfrei
  • 2,8 Prozent mehr Gehalt ab dem 1. Dezember 2022
  • Gesprächszusage über Beschäftigungsbedingungen für studentische Hilfskräfte
  • Vertragslaufzeit: 24 Monate

Die GEW Baden-Württemberg nennt als Beispiel für die offenen Baustellen die Themen Befristungen und stufengleiche Höhergruppierungen. „Hier kann die Landesregierung auch außerhalb von Tarifrunden zeigen, ob sie Wort hält. In keinem Bundesland gibt es so viele befristet beschäftigte Lehrkräfte. Kultusministerin Theresa Schopper hatte versprochen, für eine Bezahlung in den Sommerferien zu sorgen, konnte sich bisher damit aber nicht im grün-schwarzen Kabinett durchsetzen“, sagte Stein.

12.000 angestellte Lehrkräfte in Baden-Württemberg

Bundesweit sind von der Tarifrunde 1,1 Millionen Tarifbeschäftigte betroffen, darunter 200.000 tarifbeschäftigte Lehrkräfte. In Baden-Württemberg sind zehn Prozent der rund 120.000 Lehrkräfte Angestellte. Außerdem arbeiten im Landesdienst knapp 800 Pädagogische Assistent*innen an den Schulen, Hunderte von Erzieher*innen an Heimsonderschulen und mehrere zehntausend Tarifbeschäftigte an Hochschulen.