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Tarifrunde 2018

Die Gewerkschaften haben zum Verhandlungsauftakt ihre Forderung nach sechs Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 200 Euro begründet. Am Ende verständigten sich die Tarifparteien auf neue Tabellen. Im Durchschnitt bedeutet das rund 7,5 Prozent mehr Gehalt.

Die erste Verhandlungsrunde zum Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) endete am 26. Februar 2018 ohne Angebot der Arbeitgeber. Auch in der zweiten Verhandlungsrunde am 12. und 13. März in Potsdam haben die Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt. Die dritte Verhandlungsrunde fand vom 15. bis 17. April in Potsdam statt. Auf Arbeitgeberseite verhandeln der Bund und die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA).

Drei lange Verhandlungstage waren nötig. Bis zuletzt hatten die Arbeitgeber die Forderungen der Gewerkschaften zurückgewiesen. Am Ende verständigten sich die Tarifparteien auf neue Tabellen. Im Durchschnitt bedeutet das rund 7,5 Prozent mehr Gehalt.

Die Gewerkschaften haben zum Verhandlungsauftakt ihre Forderung nach sechs Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 200 Euro begründet.

Angesichts der steigenden Lebenshaltungskosten und des gravierenden Fachkräftemangels müssten die Gehälter stärker steigen als in den Jahren zuvor. Insbesondere weil die öffentlichen Kassen dank der sehr guten wirtschaftlichen Entwicklung Rekordeinnahmen verbuchen.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert von der VKA zudem, die Eingruppierung angestellter Lehrkräfte an kommunalen Schulen, die es vor allem in Bayern gibt, tarifvertraglich zu regeln.

Arbeitgeber provozieren Streiks

Die Arbeitgeber bezeichneten die Forderungen der Gewerkschaften als nicht finanzierbar und drohten mit Stellenabbau und Privatisierungen, wenn die unteren Entgeltgruppen um 200 Euro angehoben würden. Die VKA zeigte sich auch nicht bereit die schlechtere Bezahlung der Beschäftigten im Tarifgebiet Ost endlich zu beenden. Die Jahressonderzahlung Ost liegt bei 75 Prozent des West-Niveaus.

Die VKA verpasste darüber hinaus die Chance, endlich den Weg frei zu machen für Verhandlungen über eine tarifliche Eingruppierung der kommunalen Lehrkräfte. „Immerhin wird die Mitgliederversammlung der VKA sich während der dritten Verhandlungsrunde im April mit dem Thema befassen“, kommentierte GEW-Verhandlungsführer Daniel Merbitz die schleppenden Verhandlungen. 

Die Kolleginnen und Kollegen haben mit der dritten Warnstreikwelle den Druck auf die Arbeitgeber erhöht. Die GEW hatte die Tarifbeschäftigten in den städtischen Kitas, an den kommunalen Schulen und wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen zu ganztägigen Warnstreiks aufgerufen. „Nach Ostern werden die Warnstreiks flächendeckend ausgeweitet“, kündigte Merbitz an.

Guter Abschluss: Im Schnitt rund 7,5 Prozent für die Beschäftigten

Als einen „guten Abschluss“ wertet die GEW das Tarifergebnis für die im öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen Beschäftigten. „Im Schnitt werden die Kolleginnen und Kollegen rund 7,5 Prozent mehr Gehalt in der Tasche haben, bei einer Laufzeit des Tarifvertrages von 30 Monaten. Zugleich haben die Gewerkschaften einen Mindestbetrag von 178 Euro durchgesetzt“, sagte GEW-Vorsitzende Marlis Tepe nach den Verhandlungen am Mittwoch, den 18. April 2018, in Potsdam.

„Mit dem Abschluss wird der öffentliche Dienst gestärkt und attraktiver: Es ist gelungen, die Funktions- und Konkurrenzfähigkeit zu verbessern“, betonte Tepe. Der Grund: Der Abschluss folge drei Leitprinzipien. „Für Berufseinsteiger und damit insbesondere junge Menschen steigen die Gehälter. Beschäftige in sozialen, technischen und IT-Berufen, in denen das Gefälle zur Wirtschaft besonders groß ist, werden besser bezahlt. Zugleich machen die Kolleginnen und Kollegen mit den unteren und mittleren Gehältern einen Sprung, weil sie vom Mindestbetrag profitieren“, erläuterte die GEW-Vorsitzende.

Zudem werde die Jahressonderzahlung für die Beschäftigten in den östlichen Bundesländern schrittweise auf das Westniveau angehoben. „30 Jahre nach der deutschen Einheit wird damit endlich eine Benachteiligung der Beschäftigen in Ostdeutschland beendet“, betonte Tepe. Sie wies darauf hin, dass die GEW einen weiteren Erfolg verbucht habe. „Wir haben die Zusage, dass die GEW mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) Bayern über eine tarifliche Entgeltordnung für angestellte Lehrkräfte an den kommunalen Schulen verhandeln wird“, sagte Tepe. Auf Druck der Bildungsgewerkschaft habe die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) den Weg für Tarifverhandlungen frei gemacht.

Der Tarifabschluss im Überblick

Die Gehaltserhöhungen kommen bei einer Vertragslaufzeit von 30 Monaten in drei Schritten (jeweils im Schnitt):

  1. Rückwirkend zum 1. März 2018: 3,19 Prozent
  2. Ab 1. April 2019: 3,09 Prozent
  3. Ab 1. März 2020: 1,06 Prozent

Zusätzlich gibt es zum 1. März 2018 für die Entgeltgruppen 1 bis 6 eine Einmalzahlung in Höhe von 250 Euro.

Der Tarifabschluss ist sehr komplex. Deshalb hat die GEW Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Abschluss aufbereitet.

Aktuelles

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