GEW Baden-Württemberg
Sie sind hier:

Tarif- und Besoldungsrunde der Länder 2019

Die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes gehen mit einer Forderung von sechs Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 200 Euro, in die Tarifrunde 2019. Die GEW verlangt auch eine bessere tarifliche Eingruppierung angestellter Lehrkräfte.

Tarifpolitische Konferenz der GEW in Karlsruhe im Januar 2019

Die GEW hat an den Schulen des Landes zum Warnstreik aufgerufen:

  • 19. Februar (Dienstag): ganztägiger Warnstreik in Karlsruhe (Streiklokal: ab 7:30 Uhr im DGB-Haus, Demo: 10:30 Uhr Start am Mendelssohnplatz, Kundgebung: 11:15 Uhr auf dem Marktplatz)
  • 21. Februar (Donnerstag): ganztägiger Warnstreik in Freiburg (Streiklokal: ab 11 Uhr im DGB-Haus, Demo zum Regierungspräsidium und Kartoffelmarkt um 12 Uhr)

In der Woche vom 11. bis 15. Februar haben GEW-Mitglieder an folgenden Hochschulen und Universitäten gestreikt:

  • 11. Februar: Universität Stuttgart (Stadtmitte), DHBW Studierendenwerk
  • 12. Februar: Universität Stuttgart (Standort Vaihingen), Hochschule der Medien in Stuttgart, Hochschule Heilbronn
  • 14. Februar: Uni Hohenheim, Hochschule in Esslingen und Reutlingen, KBF, Universität Tübingen, Uni Ulm, Studierendenwerk Ulm

Sechs Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 200 Euro monatlich, das fordert die GEW gemeinsam mit den anderen Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes für die anstehende Länder-Tarifrunde. Die Laufzeit der Entgelttabellen soll zwölf Monate betragen. Außerdem verlangt die GEW Verbesserungen bei der Eingruppierung angestellter Lehrkräfte und für die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst.

GEW-Vorstandsmitglied Daniel Merbitz erläuterte, dass wegen der steigenden Lebenshaltungskosten eine kräftige Lohnerhöhung nötig sei: „Gute Arbeit muss auch gut bezahlt werden. Das muss auch den öffentlichen Arbeitgebern klar sein. Denn schon jetzt spüren sie den Fachkräftemangel im gesamten Bildungsbereich.“

Für die tarifbeschäftigten Lehrkräfte erwartet die GEW, dass endlich die „Paralleltabelle“ kommt, mit der die Entgeltgruppen EG 9 bis EG 12 den nummerisch gleichen Besoldungsgruppen A 9 bis A 12 zugeordnet werden. „Das ist längst überfällig“, betonte Merbitz. Es dürfe auch nicht länger hingenommen werden, dass Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst der Länder schlechter bezahlt werden als die Kolleginnen und Kollegen bei den Kommunen. „Die 2017 vereinbarten Zulagen reichen nicht aus. Es geht um gleiche Bezahlung“, erklärte der Tarifexperte.

Jetzt ist es besonders wichtig, dass sich alle Mitglieder im Geltungsbereich des Tarifvertrages der Länder (TV-L) mit den Kolleginnen und Kollegen zusammentun, um sich auf Aktionen vorzubereiten. Nur wenn die Arbeitgeber spüren, dass die Mitglieder hinter den Forderungen ihrer Gewerkschaft stehen, werden wir gemeinsam erfolgreich sein!

Die GEW Baden-Württemberg hat am 19. Januar im DGB Haus Karlsruhe eine tarifpolitische Konferenz zur Vorbereitung der heißen Phase der Tarifrunde veranstaltet.

Arbeitgeber legen zum Auftakt kein Angebot vor

Zum Auftakt der Länder-Tarifrunde am 21. Januar haben die in der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) zusammengeschlossenen Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt. Sie haben lediglich die Forderungen der Gewerkschaften zur Kenntnis genommen und bekundet, zu allen Themen verhandlungsbereit zu sein.

GEW-Verhandlungsführer Daniel Merbitz zeigte sich nach dem Verhandlungsauftakt enttäuscht von der mangelnden Bereitschaft der Arbeitgeber, dem Fachkräftemangel durch ein attraktives Angebot entgegenzuwirken: „Alle Bundesländer suchen händeringend Lehrerinnen und Lehrer und Erzieherinnen und Erzieher. Die können sie aber nur gewinnen, wenn die Arbeitsbedingungen konkurrenzfähig sind. Deshalb sollten die Arbeitgeber sich die üblichen Rituale sparen und in der nächsten Verhandlungsrunde ein Angebot vorlegen. Damit würden sie zeigen: Gute Arbeit und gute Bildung sind uns etwas wert!“

Zweite Verhandlungsrunde: Arbeitgeber mauern weiter

In der zweiten Verhandlungsrunde am 6. und 7. Februar haben die Arbeitgeber sich erneut geweigert, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. Die GEW wird nun verstärkt zu Warnstreiks aufrufen, um den Druck in den Tarifverhandlungen zu erhöhen.

Damit es in der nächsten Verhandlungsrunde, die am 28. Februar beginnt, zu einer Einigung kommen kann, ist es wichtig, dass die Beschäftigten den Druck erhöhen. „Die Arbeitgeber mauern am Verhandlungstisch weiter in entscheidenden Punkten. Jetzt brauchen wir ein deutliches Signal der Beschäftigten, um diese Mauer zu durchbrechen“, so Merbitz in Potsdam.

In den zweitägigen Verhandlungen ging es vor allem um Fragen der tariflichen Eingruppierung. Die Gewerkschaften fordern, dass Verbesserungen, die für den öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen bereits gelten, nun auch im Länderbereich umgesetzt werden.

Ein Verhandlungsthema war die GEW-Forderung nach einer zügigen Einführung der Paralleltabelle für die tarifliche Eingruppierung angestellter Lehrkräfte. Hier zeigte sich die Arbeitgeber grundsätzlich gesprächsbereit, hinsichtlich des zeitlichen Horizonts liegen die Positionen aber noch weit auseinander.

Für die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst der Länder erwartet die GEW eine Anhebung auf das höhere Bezahlungsniveau der Kolleginnen und Kollegen bei den Kommunen.

Wie es jetzt weitergeht

Bei der Tarifrunde 2019 für den öffentlichen Dienst der Länder geht es um die allgemeine Lohnerhöhung für rund eine Million Beschäftigte. Dazu zählen bei der GEW vor allem die angestellten Lehrerinnen und Lehrer an den Schulen in Deutschland. Aber auch die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst der Länder sowie an den Hochschulen kämpfen um mehr Lohn. 

Am 21. Januar 2019 fand der Verhandlungsauftakt statt. Die zweite Verhandlungsrunde am 6. und 7. Februar brachte noch keine Einigung. Für den 28. Februar und 1. März 2019 ist eine weitere Verhandlungsrunde geplant.

Es ist wichtig, dass die Beamtinnen und Beamten die Tarifbeschäftigten unterstützen. Die Tarifrunde ist auch entscheidend für die Anhebung der Besoldung. Die GEW erwartet, dass das Tarifergebnis von der Landesregierung auf die Beamtenbesoldung zeit- und wirkungsgleich übertragen wird.

Aktuelles

Ansprechpartner_in
Martin Schommer
Referent für Tarif-, Beamten- und Sozialpolitik
0711 210 30 12
Cendrese Sadiku
Referentin für Hochschule und Forschung
0711 210 30 20

Ansprechpartner in den Bezirken sind:

Gewerkschaftssekretäre
Alfred Uhing
Gewerkschaftssekretär GEW Nordbaden
0721 180332 90
Lars Thiede
Gewerkschaftssekretär GEW Nordwürttemberg
Klaus Willmann
Geschäftsführer GEW Südbaden
0761 334 47
Ingo Praeck
Geschäftsführer GEW Südwürttemberg
Frauenstr. 28
89073 Ulm
0731 9213723