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Bildung im Ausverkauf? Analysen und Alternativen

Vortrag und Diskussion zur Ökonomisierung des Schulwesens und die Folgen für Arbeit und Gesellschaft

Die Teilnahme ist für GEW-Mitglieder kostenfrei, aber wertvoll.

Der Referent Tim Engartner ist Professor für Didaktik der Sozialwissenschaften am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Universität Köln und Direktor der Akademie für Bildungsforschung und Lehrkräftebildung. Er ist Autor des Buches „Staat im Ausverkauf. Privatisierung in Deutschland“.

Bitte melden Sie sich an unter service(at)sanctclara(dot)de oder telefonisch: 0621-178570

Schule galt einst als pädagogischer „Schonraum“ vor der harten, geldgetriebenen Realität. Aber seit längerem unterliegt auch unser Schulwesen weitreichenden Ökonomisierungstendenzen – vom Sponsoring des Schulfests durch die örtliche Sparkasse, über den Besuch von Unternehmensvertreter*innen im Unterricht bis hin zu kostenfreien Fort- und Weiterbildungen für Lehrer*innen durch unternehmensnahe Stiftungen.

In schulpolitische Debatten werden neben den Schulleistungsvergleichen wie PISA, IGLU und TIMMS inzwischen auch Beurteilungen einbezogen, in denen es um die Leistungsfähigkeit von Bildungseinrichtungen aus ökonomischer Perspektive geht, wie etwa der jährlich von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) in Auftrag gegebene „Bildungsmonitor“. Erscheinungsformen und Ursachen dieser „Verbetriebswirtschaftlichung“ der Schulen sind vielfältig.
Hinzu kommt ein epochaler Wandel im Verständnis von Bildung: Spätestens mit der flächendeckenden Einführung zentraler Lernstandserhebungen in Reaktion auf die Debatte um Kompetenz- und Outputorientierung ist unser Bildungsverständnis von Fragen der Anwendbarkeit, Verwertbarkeit und Passfähigkeit gekennzeichnet.

„Humboldt adé!“ So könnte die Kurzformel für eine Bildung lauten, die immer häufiger als „Standortfaktor“ begriffen wird - eine Bildung, die volkswirtschaftliches Wachstum, materiellen Wohlstand und internationale Wettbewerbsfähigkeit beflügeln soll. Gerade die Expansion von Berufsinformationsveranstaltungen, von Bewerbungstrainings und „Karrierecoachings“ in der Phase der Berufsorientierung zeigt, wie umfassend ökonomische Begründungs-, Entscheidungs- und Handlungslogiken in den Schulen angekommen sind.

Wir fragen:

  • Welche Folgen hat eine solche Verfestigung und Expansion ökonomischer Denk-, Handlungs- und Entscheidungsmuster für das Schulsystem?
  • Zu welchen schulpolitischen Reaktionen sollte dies führen?
  • Welche Auswirkungen hat diese Ökonomisierung auf unsere Gesellschaft und Arbeitswelt?
Termin
17.05.2022, 18:00 - 20:00 Uhr
Veranstaltungsort
Ökumenisches Bildungszentrum sanctclara
B 5, 19
68159 Mannheim
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