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Prostitution – Aufklärung und Prävention in Bildungseinrichtungen

für Lehrer/innen und Sozialarbeiter/innen

Die Situation der Prostituierten war noch nie einfach. Immer schon fanden vor allem die Frauen in die Prostitution, die bereits Erfahrungen mit sexueller Gewalt hatten, in der Kindheit oder als Erwachsene. Begriffe wie „freiwillig“ und „selbstbestimmt“ passten noch nie zu dieser Tätigkeit. In den letzten Jahren aber hat sich die Lage massiv zugespitzt. Heute ist etwa jede dritte Prostituierte unter 21 Jahre alt. Das sind allein in Deutschland über 100.000 sehr junge Frauen! Fast alle kommen aus den ärmsten Regionen Osteuropas, aus Bulgarien, Rumänien und Ungarn. Viele wissen nichts über Sexualität. Für so manche ist der Freier der erste Mann. Diese jungen Frauen wissen nichts über Infektionsrisiken, nichts darüber, wie man sich davor und vor pervertierten, gefährlichen Praktiken schützen kann.

Für die Zuhälter und Zuhälterinnen ist es ein Leichtes, sich das Vertrauen dieser unerfahrenen, viel zu jungen und oft emotional verwaisten Mädchen zu erschleichen. Sie greifen sie sich aus Kinderheimen, holen sie aus den ärmsten Dörfern, versprechen ihnen Liebe - und werfen sie dann auf den Prostitutionsmarkt. Die Sexkäufer verlangen nach immer jüngeren Frauen, weil sie mit den Hilflosesten für wenig Geld machen können, was den Hintermännern und -frauen den größten Profit bringt. Die komplette Legalisierung der Prostitutionsindustrie hat zu einer steigenden Nachfrage, zur Vergrößerung des Marktes und zur Zunahme des Menschenhandels in Deutschland geführt. Und auch deutsche junge Frauen sind im Fokus der Anwerber und Anwerberinnen der Prostitutionsindustrie. So wird z.B. auch auf Facebook und anderen Seiten versucht, jungen Mädchen durch ein "grooming“, ein inneres Vorbereiten auf die Prostitution, die Prostitution in "cooler" oder romantisierender Weise nahe zu bringen. Jungen Männern wird signalisiert, dass sie sich dank der Gesetzeslage weitestgehend bedienen können.

Themen der Fortbildung: die Lebenssituation der Prostituierten, Veränderungen im Sexualstrafrecht, das neue ProstSchutzG und dessen Auswirkungen, die Arbeitsweisen der Prostitutionslobby und die internationalen Aufklärungskampagnen für Jugendliche

Termin
11.03.2017, 10:15 - 16:15 Uhr
Veranstaltungsort
GEW-Geschäftsstelle
Silcherstr. 7
70176 Stuttgart
Teilnahmebeitrag
kostenlos; nur für GEW-Mitglieder
Anmeldeschluss
01.03.2017
Kalendereintrag herunterladen (ICS)
 Routenplaner
Ansprechpartner_in
Monika Dehmelt
Tagungsmanagement
0711 210 30 26
Referent_innen
Helmut Sporer
Kriminalpolizei Augsburg
Dr. Inge Kleine
Abolition 2014 - Für eine Welt ohne Prostitution, Bündnis Stop Sexkauf
Sabine Constabel
Sisters für den Ausstieg aus der Prostitution e.V.